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Vor Gericht: Urteil wird Mitte Januar erwartet / Rentner gegen Rechtsanwalt im Englischen Garten

Drei Jahre Streit um Klopperei in Bad Eilsen

Bad Eilsen/Bückeburg (ly). Dramatische Szenen müssen sich im Englischen Garten von Bad Eilsen abgespielt haben. Und es geht weiter: Mehr als drei Jahre nach jener tierischen Klopperei zweier Menschen, ausgelöst durch einen Hundehaufen, werden die beteiligten Zweibeiner nicht müde, die Auseinandersetzung mit juristischen Mitteln fortzuführen.

veröffentlicht am 24.12.2008 um 00:00 Uhr

Unversöhnlich stehen sich ein Schaumburger Rechtsanwalt und ein Eilser Rentner gegenüber. Beide mussten nach dem Gassigehen an einem Sonntagmorgen im Oktober 2005 ihre körperlichen Wunden lecken. In einem ersten Zivilverfahren durch zwei Instanzen hatte zum Schluss das Landgericht dem Rentner insgesamt rund 900 Euro an Schmerzensgeld, Schadensersatz und außergerichtlichen Kosten zugesprochen (wir berichteten), nachdem dessen Klage zunächst vom Amtsgericht abgewiesen worden war. Nun ist Runde drei eingeläutet. Zur Abwechslung klagt in eigener Sache der Anwalt, es geht um etwa 600 Euro. Mitte Januar will Richter Armin Böhm, Direktor des Bückeburger Amtsgerichts, das Urteil verkünden. Ob danach erneut Berufung möglich ist, muss sich noch zeigen. Aussichtslos scheint die Lage für den zuletzt unterlegenen Rechtsanwalt bisher nicht, denn das Verfahren dreht sich ausschließlich um den Beginn der Schlägerei. Unvermittelt soll dabei der Rentner im Streit um den Hundehaufen mit einer Leine zugeschlagen haben. In Gestalt der Frau des Juristen gibt es dafür nur eine Zeugin. Am jüngsten Verhandlungstag hat das Gericht die 54-Jährige vernommen. "Ich hörte ein eigenartiges Bellen unseres Hundes", erinnerte sich die Frau. "Es war kein freudiges Bellen." Aus dem Fenster will die Zeugin dann gesehen haben, wie der Rentner mit einer Hundeleine ausgeholt und nach ihrem Mann geschlagen habe. "Es sah so aus, als würde dies mit einer ziemlichen Wucht geschehen. Ich habe einen gewaltigen Schrecken bekommen." Als der Gatte später hineingekommen sei, habe er "einen jämmerlichen Eindruck gemacht" und sei verletzt gewesen. "Noch heute klagt er über Schmerzen im Bereich der linken Schulter und des Oberarms, was für ihn als Linkshänder natürlich etwas misslich ist." Teil zwei der Keilerei, um den es jetzt nicht (mehr) geht, hatte ein Hausmeister beobachtet, der vom Brötchenholen gekommen war. Er sah unter anderem, dass der Rechtsanwalt den am Boden liegenden Rentner getreten habe. Der Unterlegene soll dem Hausmeister erklärt haben, er sei von dem Juristen angegriffen worden. Wie auch immer: Langsam gehört diese Sache zu den Dauerbrennern der Justiz. Viel schmutzige Wäsche wird da gewaschen, gekämpft mit harten Bandagen. Zum Beispiel wurde die Frau des Juristen auf Antrag von Rechtsanwalt Stefan Diekmann, der den Rentner vertritt, vereidigt. So etwas kommt sonst eher selten vor. Strafrechtlich ist der Fallübrigens schon lange abgeschlossen, nachdem die Staatsanwaltschaft bereits im Vorfeld der Zivilprozesse zwei Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung einstellte.



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