weather-image
14°
Verbandschef schwer erkrankt / Dieter Gutzeit improvisiert glänzend

Drei Ensembles retten Musikfest

Bad Eilsen (sig). Das lange angekündigte Musikverbandsfest im Eilser Kursaal konnte - leider - nicht in der gewohnten Form ausgerichtet werden. Der Vorsitzende des Musikverbandes Schaumburg-Weser. Horst Hecht, lag nach einem schweren Betriebsunfall mehrere Monate im Koma. Dadurch kam die Information auf Verbandebene ins Stocken, und Dieter Gutzeit erhielt nicht die erwarteten Zusagen von auswärtigen Musikgruppen. Dennoch ließ er das Fest nicht ausfallen.

veröffentlicht am 01.11.2006 um 00:00 Uhr

Das Blasorchester des TSV Krainhagen mit Dirigent Lothar Hitzek.

Seit sechs Jahren treffen sich Musikzüge und Folkloregruppen, die dem ständig gewachsenen Verband angehören, in Bad Eilsen. Deshalb wollte Gutzeit keine Unterbrechung zulassen. Sein Spielmannszug zog mit, ebenso der Musikzug aus Steinhude. Und schließlich sprang auch das Blasorchester des TSV Krainhagen ein. Für dieses Ensemble war es eine Generalprobe für das Jahreskonzert, das am Sonntag, 19. November, an gleicher Stelle stattfindet. Die Ahnser Organisatoren konnten sich immerhin freuen, dass der Saal nahezu voll wurde. Wer gekommen war, musste diese Entscheidung nicht bereuen. Unter den Zuhörern waren Gründer des Ahnser Spielmannszuges, der vor 54 Jahren ins Leben gerufen worden ist. Das stark besetzte gastgebende Ensemble sorgte für den erfrischenden Auftakt. Zu den Höhepunkten des ersten Teils gehörten der "Fliegermarsch" und ein Potpourri mit Melodien von Johann Strauß, etwadem bekannten "Kaisermarsch". Der Taktstock wanderte (symbolisch) zum jungen Dirigenten des Steinhuder Musikzuges, Ruven Rintelmann, der die Leitung von seinem Vaterübernommen hat. Gutzeit begrüßte die Gäste mit dem Hinweis auf die hohe Anzahl von fünf Lyren, die diesem Ensemble einen speziellen Klang verleihen. Dann ging es gleich flott los mit dem Evergreen "When the saints go marching in". Darauf folgte die im letzten Krieg bei den Frontsoldaten sehr beliebte, melancholisch klingende Weise "Lilli Marleen" , die Lale Andersenüber die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Mit "Es gibt kein Bier auf Hawaii" gerieten die Zuhörer richtig in Fahrt und begannen zu schunkeln. Die Ahnser Spielleute zeigten anschließend ein weiteres Mal, warum sie seit Jahren gerade im konzertanten Bereich Meistertitel einheimsten. Bei der Ambosspolka und dem Radetzkymarsch schlugen die Stimmungswellen wieder hoch. Mit rhythmischem Klatschen begleiteten die Konzertgäste den Schluss des zweiten Auftritts. Als das Blasorchester des TSV Krainhagen Platz genommen hatte,übernahm Orchestermitglied Herbert Schwiegk die Moderation. Dirigent Lothar Hitzek versprach einen Querschnitt durch alle Bereiche der Blasmusik - also einen Vorgeschmack auf das Jahreskonzert im Kursaal. Auf die Polka "Blasmusik im Herzen" folgte eine Auswahl von Filmmelodien unter dem Titel "Good movie marches". Dazu gehörte der beliebte River-Kwai-Marsch. "Einen Saal mit besserer Akustik gibt es im weiten Umfeld nicht", versicherte Gutzeit gegen Ende der Veranstaltung. Er ist sicher, auch 2007 wieder das Musikverbandfest ausrichten zu können. Dann aber, so hofft er, mit einem Großaufgebot von Musik- und Folkloregruppen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare