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Jensen-Geschwister machen aus der Doppel- eine Dreifach-Hochzeit / Sonderregel für zwei Bückeburger

Drei Brautpaare gemeinsam im Trauzimmer

Springe/Bückeburg (kata). So etwas gab es im Standesamt Springe bisher noch nicht, sagt Claudia Wolf. Die Standesbeamtin durfte jetzt gleich drei Geschwister und ihre Brautpartner trauen - ein Paar wohnt in Bückeburg.

veröffentlicht am 23.05.2007 um 00:00 Uhr

Ein ungewöhnliches Ereignis: (v.l.) Annegret und Kai Uwe Jensen,

Während früh morgens auf dem Wochenmarkt bereits reges Treiben herrschte, hielt vor dem Alten Rathaus eine riesige schneeweiße Stretch-Limousine. Heraus kletterten Kai Uwe Jensen (39) mit seiner Braut Annegret (36), geborene Schumann, gefolgt von den Brautpaaren Andreas Wilke (41) und Sandra (35), geborene Jensen, sowie Olaf Jensen (40) und Susanne (43), geborene Vogt. Eigentlich sollte es ja nur eine Doppelhochzeit werden, hatten sich Kai Uwe und Sandra Jensen aus Eldagsenüberlegt. Und zwar schon im vergangenen Jahr. Durch einen Todesfall in der Familie verschoben die Geschwister allerdings ihre Pläne. Als dann ihr älterer Bruder Olaf, der in Bückeburg lebt, kurz vor Weihnachten auch Hochzeitspläne zu schmieden begann, wurde spontan beschlossen, zu sechst ins Trauzimmer zu treten. Finanzielle Aspekte hätten bei der Zusammenlegung der Feiern keine Rolle gespielt, wiegeln die Sechs ab. Damit sich auch das Bückeburger Pärchen in der Deisterstadt das Ja-Wort geben konnte, musste eine Ermächtigung beantragt werden. Das Sextett wurde sich in allem sehr schnell einig, erzählt Olaf Jensen. Die Pläne für den großen gemeinsamen Tag seien nicht einmal durch Streitereien über Blumenge stecke getrübt worden. Standesbeamtin Claudia Wolf staunte, wie harmonisch sich alles in die Wege leiten ließ. Die drei Damen halfen sich sogar gegenseitig beim Auswählen der Brautkleider. Dabei ging die Reise recht abenteuerlich los. "Unser erstes Gespräch im Standesamt haben wir während des Orkans Kyrill geführt", erinnert sich Kai Uwe Jensen. Beim zweiten Mal habe es in solchen Strömen gegossen, dass Wasser in den Raum gelaufen sei. Und beim dritten Termin habe es geschneit. Umso schöner schien die Maisonne gestern Vormittag, um die frischgebackenen Ehepaare zu begrüßen. "Heute haben wir gleich zweimal Sonnenschein", sagt Kai Uwe Jensen vor dem Alten Rathaus verschmitzt und glücklich lächelnd. "Da draußen und in unseren Herzen." Mit an der Trauung nahm der einjährige Sohn Till von Kai Uwe und Annegret Jensen teil. "Der ist gleich als ein Herr Jensen geboren", sagt der stolze Papa. "Seine Mutter musste auf das ,Jensen' bis heute warten. Jetzt ist alles perfekt." Der Kleine fühlte sich während der Zeremonie so wohl, dass er laut schnarchend einschlummerte, erzählt Claudia Wolf amüsiert. Wolf ist übrigens mit einem der drei Bräutigame, Andreas Wilke, zur Schule gegangen. Und so einigten sich die Brautleute und die Standesbeamtin sehr schnell aufs "Du" im Trauzimmer. Um zu dem besonderen Ereignis zu gratulieren, war auch Springes Bürgermeister Jörg-Roger Hische erschienen und hatte für die Brautleutekleine Geschenke - Bildbände vom Wisentgehege - dabei. Getanzt, bis die Brautschuhe qualmen, wurde mit 136 Freunden und Verwandten im Hotel Berggarten.



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