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Willi Dreves als Retter in der Not

Dramatisch: Kampf mit "Kyrill" im Kurpark

Bad Eilsen (tw). Das Orkantief "Kyrill", gefolgt von Starkregen, hat Donnerstagabend im Kurpark große Schäden angerichtet. Allein der unermüdliche Einsatz von Mitarbeitern des Bauhofes, die von Bürgermeister Horst Rinne und Bauausschusschef Dr. Willi Dreves unterstützt wurden, hat ein Überschwemmen der Gartenanlagen und damit noch Schlimmeres verhindert.

veröffentlicht am 20.01.2007 um 00:00 Uhr

Am Tag nach "Kyrill": Bertram Meier (v.) und Horst Rekate beseit

"Gegen 18 Uhr trat die Aue am Tuffsteindurchlassüber die Ufer", berichtet Rinne. Durch angeschwemmte Äste war vor dem Nadelöhr einmal mehr ein künstlicher Damm entstanden, der den unterirdischen Durchlass blockierte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Bürgermeister, der in der Nacht mehrfach die durchnässten Klamotten wechseln musste, bereits Bauhofleiter Bertram Meier alarmiert, der sich mit dem Auto von Porta aus Richtung Bad Eilsen durch den Orkan kämpfte. Bauhofmitarbeiter Alexander Roleder unterbrach seinen Urlaub, verstärkte das Team. Mit dem Kleinbagger versuchte das Trio, den Durchlass von dem Treibgut frei zu halten, "als plötzlich die Hydraulikleitung des Fahrzeugs platzte", wie Bernd Schönemann berichtet. Der Eilser Bürgermeister befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Einsatzleitstelle im Feuerwehrgerätehaus Bad Eilsen, wo Brandmeister Andreas Mohr die 27 Einsätze seiner 48 Blauröcke koordinierte. Roleder reparierte den Schaden - trotz Dunkelheit und Orkanböen - in nicht mal 20 Minuten. "Tolle Leistung", lobt Rinne den Mann, der in jener Nacht noch bis 23.30 Uhr die Räumschaufel bedienen sollte. Dann das nächste Malheur: Weil der Boden im Bereich der Böschung durch den Starkregen aufgeweicht war, kam der Kleinbagger ins Rutschen, drohte in die Aue zu stürzen. Rettung kam von Dreves: Der Hobby-Landwirt rückte mit dem Trecker an, befreite den Bagger aus seiner Schieflage. Zu diesem Zeitpunkt war es rings um die Männer im Kurpark bereits an zahlreichen Stellen am Krachen. "Auf der Rückseite des Fürstenhofs", so Meier, "fällten die Orkanböen eine 30 Meter hohe Lärche". Der Baumriese verfehlte das benachbarte Brunnenhäuschen nur knapp, zerschmetterte eine Parkbank. Eine alte Kastanie und eine alte Zierkirsche ereilte das gleiche Schicksal. Im Bergkurpark legte "Kyrill" zwei Akazien, an der Harrlallee eine Linde und an der Remise zwei Birken flach. Weil durch das Aue-Hochwasser auch am Wagenschuppen "Land unter" drohte, wurden die fünf Schlepper kurzerhand auf das höher gelegene Privatgrundstück des Bürgermeisters evakuiert. Zeitgleich hatte Schönemann die Zufahrt zum Kindergarten durch Bohlen sichern lassen. Schöner Zug der Samtgemeinde am Ende der Sturmnacht: "Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, gab's in der Einsatzzentrale für alle Ehrenamtlichen ein warmes Büfett, geliefert vom ,Haus des Gastes'", lobt Samtgemeindebrandmeister Hartmut Krause. Spendiert hat's Rathauschef Bernd Schönemann.

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