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Familie Becker in Hohenrode gibt auf: Die Preise steigen, der Absatz sinkt / In Silixen steigt Rewe als Partner ein

Dorfläden: Hohenrode schließt, in Silixen neue Betreiber

Hohenrode/Silixen (mld/who). Es war ein Kampf mit Höhen und Tiefen, der nun zu Ende ist: Am 1. Dezember will "Elli-nebenan" in Hohenrode schließen. Dabei stand es bis zum letzten Jahr noch einigermaßen gut um das einzige Lebensmittelgeschäft im Dorf: Nach ständigen Phasen akuter Existenznot erholten sich die Umsätze wieder, und es schien, als könnte der Dorfladen bestehen bleiben.

veröffentlicht am 17.11.2007 um 00:00 Uhr

Wollen die Einkaufsmöglichkeit in Silikone erhalten (v.l.): Burk

Die Geschichte des Hohenroder Dorfladens ist wechselvoll: 1949 wurde das Geschäft gegründet, erst von "Coop" geführt, in den Siebzigern von Jürgen Maack übernommen, 2002 drohte erstmals das Ende. 2003 dann die Rettung durch eine Bürgerinitiative, die einen neuen Pächter fand. Der allerdings gab nach nur wenigen Monaten auf, der Dorfladen wurde für ein Jahr geschlossen - bis sich Marina und Alexander Becker seiner im März 2004 annahmen, das Sortiment aufstockten und für längere Öffnungszeiten sorgten. Die - zumeist älteren - Kunden sowie die Betreiber wirkten zufrieden: "Elli-nebenan" schrieb wieder schwarze Zahlen. Doch inzwischen ist alles anders: Die Preise steigen, der Absatz fällt, und Lieferanten steuern kleine Geschäfte nicht mehr an. Es seien vor allem ältere Menschen, die noch bei "Elli-nebenan" einkaufen, sagt Inhaberin Marina Becker. Doch die Absatzmengen stimmten nicht mehr. Dass die Leute, die ein Auto haben, bei den großen Supermärkten einkaufen, verstehendie Beckers und wollen ihnen auf keinen Fall die Schuld geben. Doch das große Engagement und das Bangen um die Existenzgrundlage hinterlassen Spuren: "Ich bin erschöpft", sagt Marina Becker. Ganz anders hingegen erging es dem Dorfladen in Silixen: Auch ihm drohte das Aus, da sich die bisherige Betreiberin offenbar erheblichen Investitionen ausgesetzt sah, die sie nicht tätigen konnte. Also wurde die Marketing-Initiative "Pro Silixen" unter dem Dach des Heimatvereins gegründet, um das "Nahkauf"-Geschäft zu erhalten. Das Projekt wird wesentlich von Rewe als Großhandelspartner mitgetragen. Manfred Stoller von "Pro Silixen" konnte noch mehr gute Nachrichten verkünden: Burkhard Noltensmeier, Besitzer des Gebäudekomplexes, in dem "Nahkauf" untergebracht ist, übernehme als Besitzer das Geschäft in eigener Regie. Zwei weitere Unterstützer seien in Bäckermeister Frank Dreimann, der eine Verkaufsstelle seines Betriebes in dem Lädchen etablieren will, undin Fleischereiunternehmer Heinrich Sümenicht gefunden worden. Auch eine neue Marktleiterin wurde von der Rewe-Geschäftsleitung eingesetzt: Martina Zacharias soll mit Eröffnungstagen vom 29. November bis zum 1. Dezember mit zwei bis drei Aushilfskräften an den Start gehen. "Dann wollen wir wieder ein volles Sortiment anbieten", verspricht Noltensmeier. Der Geschäftsbetrieb werde bis dahin eingeschränkt weitergeführt. Das Geschäft hat Glück gehabt: Es soll völlig neu ausgestattet werden - mit elektronischen Kassen, neuen Kühlaggregaten, moderner Wärmedämmung und einladendem Bistro. Doch Rewe-Vertreter Pollmann stellt klar: "Wir sind auch auf die Jüngeren angewiesen." Mit dem Engagement in Silixen jedoch verbinde sein Unternehmen die Hoffnung auf eine "Trendwende wieder hin zur Nähe". Bleibt zu hoffen, dass er wenigstens in Silixen damit Recht behält.



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