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Nur 30 kommen zum Infoabend / Arbeitskreis gebildet / Planung soll in einem Jahr abgeschlossen sein

"Dorferneuerung lebt von Ideen der Bürger"

Rolfshagen (la). Obwohl am Dienstagabend nur 30 Bürger zur Informationsveranstaltung zur Dorferneuerung gekommen sind, war die Bildung eines Arbeitskreises kein Problem. "Wir sind mit dem gesamten Vorstand von ,Rolfshagen Aktiv' dabei", sagte Hans-Peter Solasse - und damit waren die ersten sieben "Mitplaner" bereits gefunden. Schnell meldeten sich acht weitere Bürger, und so kann sich bereits in der zweiten Dezemberwoche der Arbeitskreis zum ersten Mal treffen. In einem Jahr soll die Planung für die Dorferneuerung abgeschlossen, vom Rat der Gemeinde Auetal verabschiedet und in Hannover eingereicht werden.

veröffentlicht am 22.11.2007 um 00:00 Uhr

Auch die Ausschilderung muss nach den Worten von Planer Matthias

"Durch ,Rolfshagen Aktiv' ist eine sehr gute Vorarbeit geleistet worden. Eigentlich sind wir dadurch bereits bei Schritt zwei", stellte Matthias Reinold vom gleichnamigen Planungsbüro in Rinteln fest, der die Einwohner von Rolfshagen über die bevorstehenden Aufgaben und die Ziele der Dorferneuerung informierte. "Es gibt vieles, was im Rahmen der Dorferneuerung verändert und verbessert werden kann", so Reinold. Dabei nannte er die Ortseingänge von Rolfshagen, den Multifunktionsplatz, der bereits ein Meilenstein, aber noch immer aufzuwerten sei, das Freibad, die Verbesserung der Erschließung, den Dorfmittelpunkt, den Platz um die Kirche und den Hochwasserschutz. "Ich möchte heute Ihren Blick für eventuelle Dorferneuerungsprojekte schärfen", sagte Reinold und zeigte einige Fotos von Plätzen, Straßen und Gebäuden, die ihm bereits aufgefallen sind. So könnten Buswartenhäuschen erneuert und Parkstreifen umgestaltet werden. Besonders auffällig seien die riesigen Plätze vor der Kirche und vor der Schule. "Hier kann man durch verkehrsberuhigende Maßnahmen gleichzeitig eine Verschönerung erzielen", so Reinold. Auch der Kreuzungsbereich Napoleonstraße/Rolfshagener Straße müsse überplant werden. Erhalten werden müssten auf jeden Fall die Freiräume. "Sie haben hier wilde Biotope, die wunderschön sind", so Reinold. Baulücken sollen dagegen aber geschlossen werden. Neben der Umgestaltung von Plätzen und Straßenräumen müsste auch die Ausschilderung überarbeitet und die Verkehrsverhältnisse verbessertwerden. "Besonders werden wir uns auf den Dorfkern mit dorftypischen Objekten und Plätzen konzentrieren", sagte der Planer. Neben denöffentlichen Gebäuden und Plätzen müssten auch private Gebäude und alte Hofstellen in die Dorferneuerung integriert werden. "Sie verfügen hier in Rolfshagen über ein hohes Maß an historischer Bausubstanz, aber viele Gebäude sind auch restaurierungsbedürftig", stellte Reinold fest. Für Giebelgestaltungen, dorftypische Elemente wie Fenster, Tore und Türen und neue Dächer könnten auch von Privatbesitzern Gelder aus dem Dorferneuerungsprogramm beantragt werden. Allerdings müssen die vorgeschriebenen Richtlinien eingehalten werden. "Geld für neue Fenster gibt es aber nur, wenn die Fenster aus heimischen Hölzern bestehen", nannte Reinold ein Beispiel. "Und ganz wichtig ist, dass auf keinen Fall vor der Genehmigung der Anträge mit dem Bau begonnen werden darf", erklärte Jens Schwerin von der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften (GLL), die die Anträge bearbeitet. Schwerin klärte die Rolfshäger über die Finanzierung der Dorferneuerungsprojekte auf. "Im öffentlichen Bereich beträgt die Förderung bis zu 50 Prozent. Die andere Hälfte der Kosten muss die Gemeinde übernehmen", so Schwerin. Im privaten Bereich würden 30 Prozent der Kosten übernommen, höchstens aber 25 000 Euro pro Projekt. Für die Umnutzung, zum Beispiel einer Scheune in eine kulturelle Einrichtung oder ein Hofcafé, würden ebenfalls 30 Prozent der Kosten übernommen. Die Höchstgrenze liegt hier bei 75 000 Euro. "Die Dorferneuerung lebt von den Ideen der Bürger. Sie müssen die Planung mit Leben füllen", appellierte Reinold zum Abschluss der Informationsveranstaltung an die Anwesenden. Wenn sich im Dezember der Arbeitskreis zum ersten Mal trifft, sind natürlich auch weitere interessierte Bürger dazu eingeladen. Nach einer Besprechung soll ein Rundgang durch das Dorf unternommen werden, um vor Ort weitere Ideen für die Dorferneuerung zu sammeln.



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