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Städteplaner: "Vehlen im Zusammenhang mit Umfeld betrachten" / Flächennutzungsplan erstellen

Dorferneuerung erfordert breitere Mitarbeit

Vehlen (sig). Bei dem vom Ortsrat beschlossenen Projekt der Dorferneuerung müssen mehr Menschen mitarbeiten als bislang dazu bereit waren. Das machte bei der letzten Zusammenkunft von interessierten Vehlener Bürgern der Städteplaner Wolfram von Lange deutlich. Und in diese Kerbe schlug auch Ernst Völkening, der bei dieser Besprechung Ortsbürgermeister Werner Harder vertrat.

veröffentlicht am 11.05.2007 um 00:00 Uhr

Wolfram von Lange

Allerdings erwarte man auch eine stärkere Beteiligung des Ortsrates, der letztlich ja Initiator des Projektes ist, wurde in dieser Runde kritisch angemerkt. "Wir müssen wissen, was die Menschen im Ort bewegt und welche Erwartungen sie an den Rahmenplan haben, der für die geplante Dorferneuerung zu erstellen ist", betonte Völkening. Der anwesende Städteplaner sieht das Vorhaben noch aus einem anderen Gesichtswinkel: "Wir dürfen nicht jedes Dorf getrennt betrachten, sondern müssen den Zusammenhang mit dem Umfeld sehen. Es geht um gemeinsame Zukunft und um die Verbesserung der Lebensgrundlagen. Deshalb sind die Anforderungen für eine Aufnahme in das Programm zur Dorferneuerung komplexer als früher. Einiges aus der Vergangenheit verliert an Bedeutung, anderes wird vordringlicher." Bereits vor einigen Jahren hatte sich Vehlen um die Aufnahme in das Programm für die Dorferneuerung bemüht. Es gab 1986 einen Antrag beim damaligen Amt für Agrarstruktur und bei der Bezirksregierung in Hannover - jedoch ohne jeglichen Erfolg. Das soll sich nicht wiederholen. Deshalb ist eine gründliche Vorarbeit erforderlich, damit ein plausibles Konzept vorgelegt werdenkann. Völkening ging es zunächst um die Perspektiven für die heimische Landwirtschaft. Er sieht Gefahren darin, dass die vorhandenen Flächen in der Vehlener Feldmark zu klein geschnitten sind. Dazu komme die Erfahrung, dass immer größere Fahrzeuge und schwerere Maschinen eingesetzt werden. Die Zufahrtswege, wie zum Beispiel der für den Durchgangsverkehr gesperrte Wirtschaftsweg "Zum Stapel", müssten deshalb entsprechend breiter und belastbarer ausgebaut werden. Die Notwendigkeit einer weiteren Flurbereinigung, um die zusammenhängende Bearbeitung größerer Flächen zu ermöglichen, sahen die anwesenden Landwirte nicht als erforderlich an. Kritische Äußerungen gab es zum Entlastungsgraben der Beeke. Er spüle nicht nur bei der Einmündung in die Aue, sondern auch im oberen Bereich vermehrt angrenzende Ackerflächen aus. "Der ist falsch ausgebaut worden", so Völkening. Volker Wehmeyer wies darauf hin, dass auch mehrere Landwirte aus Nachbarorten Felder in Vehlen bewirtschaften. Er hält es deshalb für sinnvoll, einen Plan zu erstellen, aus dem man ersehen kann, wer welche Flächen bearbeitet. Erörtert wurde auch, ob die heimischen Landwirte vermehrt Chancen im biologischen Anbau sehen. Wolfram von Lange wies darauf hin, dass immer mehr Handelsketten solche Produkte in ihr Angebot aufnehmen würden. Die beiden Landwirte Stephan Nolting und Hartmut Prange verneinten für ihre Betriebe solche Überlegungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt. Dass die Landwirtschaft in Vehlen trotz des allgemeinen Konzentrationsprozesses weiterhin eine gute Überlebenschance habe, wurde jedoch eindeutig bejaht.

Hält die Verbindung zwischen Vehlen und Röhrkasten (der Weg "Zum
  • Hält die Verbindung zwischen Vehlen und Röhrkasten (der Weg "Zum Stapel") auf Dauer große und schwere landwirtschaftliche Maschinen aus? Fotos: sig


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