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Planung auch für Thermalbadparkplatz

Doppelt gemoppelt: Gesundheitszentren in Bad Nenndorf

Bad Nenndorf (rwe). Die Fachärzte in und um Bad Nenndorf sind derzeit doppelt umworben. Denn in der Stadt sollen gleich zwei Gesundheitszentren entstehen. Nicht nur für das Wincklerbad werden Mieter gesucht, auch auf dem stadteigenen Thermalbadparkplatz ist ein Ärztehaus geplant. Für zwei dürfte der Bedarf kaum reichen.

veröffentlicht am 23.06.2007 um 00:00 Uhr

So könnte das Gesundheitszentrum auf dem Thermalbadparkplatz ein

Die Fachmediziner in und um Bad Nenndorf haben Post aus Krefeld bekommen, eine Einladung zu einem Seminar. Am 27. Juni will Unternehmensberater Günter Müller zusammen mit Rechtsanwalt Bodo Kühn aus Bückeburg im Parkhotel für das Gesundheitszentrum werben, das er auf dem Thermalbadparkplatz plant. Seit Frühjahr 2006 ist er dabei, Interessenten für sein Projekt zu suchen, steht aber noch am Anfang. "Wir mussten das Konzept ändern", sagt Müller, der im Internet auf die exzellente Lage der Fläche im Kurort aufmerksam wurde. Zunächst hatte er gehofft, später das Erdgeschoss an einen Supermarkt vermieten zu können. Doch trotz vieler guter Kontakte winkten alle Handelsketten ab. Nun stellt er sich am Thermalbad ein Geschäftshaus mit Gesundheitszentrum vor. Unten sollen Läden und Dienstleister einziehen, darüber sieht das Konzept mehrere Facharztpraxen vor. Im zweiten Stock wäre Platz für Penthouse-Wohnungen. Bad Nenndorf profitiere von einem Gesundheitszentrum, "ob im Wincklerbad oder am Thermalbad", sagt Müller. Er beobachtet das Vorhaben von Investor Hermann Rohlfs aus Uslar an der Bahnhofstraße mit Skepsis. Dieser hatte das großenteils denkmalgeschützte Objekt gekauft, ohne einen Mieter zu haben (wir berichteten). "Das ist wie Turmspringen ohne zu wissen, ob Wasser im Becken ist", sagt Müller. Zudem sei es nicht so einfach, eine Zweigpraxis mit zehn Sprechstunden wöchentlich zu eröffnen, so wie es unter anderem im Wincklerbad vorgesehen ist. Die Versorgung am Ort müsse sich dadurch verbessern, zugleich dürfe sich die am Hauptstandort des betreffenden Arztes nicht verschlechtern, erklärt Müller. Allerdings haben Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung (KV) die Normen für das erst seit Januar 2007 gültige "Vertragsarztveränderungsgesetz" noch gar nicht festgelegt. "Wir verfahren da liberal", kündigt Pressesprecher Detlef Haffke vom KV-Bezirk Hannover an, der über die Zweigpraxen in Schaumburg befindet. Im Zweifel wird eine Filiale zugelassen, mögliche Auflagen folgen später. Haffke kann verbindlich noch nichts sagen, geht aber davon aus, dass die Ärzte für die Arbeit in der Außenstelle ein zusätzliches Budget erhalten. Betriebswirt Müller, der auch am Gesundheitszentrum in der Stadthäger Marktpassage beteiligt ist, will am Thermalbad nur Vollzeitpraxen einrichten. Wenn möglich, sollte das Zentrum eine Spezialisierung haben. "Beispielsweise für den Kopf." Im Blick hat er dabei nur Kandidaten aus Nenndorf. "Wenn jemand später von außen dazu kommt, ist uns das auch recht." Von den Fachrichtungen hängt ab, welche Shops und Dienstleister sich für die Ladenzeile anbieten. "Das muss im Interesse der Mediziner sein und passen." Sollte er die eines Tages im Boot haben, ist ihm nicht bange, einen Geldgeber zu finden. Denn auch der Investor fehlt noch. "Für den zählt die Rentabilität." Dazu müssten 60 bis 70 Prozent der gut 2000 bis 2500 Quadratmeter fest vergeben sein. Müller: "Der Rest vermietet sich wie von selbst." Einen konkreten Zeitpunkt, bis wann er dasÄrztezentrum verwirklicht haben will, nennt der Krefelder nicht. Eine abschließende Beurteilung komme für ihn erst in Frage, "wenn ich von allen Bad Nenndorfer Ärzten eine Antwort habe".



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