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Bückeburger Siegmund Hegeholz rechnet sich für die Weltmeisterschaft im holländischen Assen gute Chancen aus

Doppel-Olympiasieger nimmt Anlauf aufs WM-Treppchen

Bückeburg (bus). Bückeburgs sehbehinderter Speerwurf-Doppel-Olympiasieger Siegmund Hegeholz strebt bei den heute beginnenden Leichtathletik-Weltmeisterschaften der Behinderten eine Aufstockung seines kaum überschaubaren Medaillenbergs an. Das im holländischen Assen anberaumte Treffen verspricht ein erneutes Aufeinandertreffen des Ausnahmekönners mit dem Österreicher Bil Marinkovic, der den Bückeburger während der Paralympics in Athen 2004 auf den zweiten Platz verwiesen hatte. "Die Luft für Marinkovic ist dünner geworden", sagte Hegeholz kurz vor der Abfahrt der Schaumburg-Lippischen Landes-Zeitung. Bei den am zurückliegenden Wochenende in Leverkusen ausgetragenen Internationalen Deutschen Meisterschaften habe der Österreicher lediglich um 14 Zentimeter in Front gelegen.

veröffentlicht am 02.09.2006 um 00:00 Uhr

Der Doppel-Olympiasieger während des Trainings auf dem Dr.-Faust

In der griechischen Metropole war zwischen den Dauerkonkurrenten noch eine relativ große Kluft von 3,46 Meter notiert worden. Was den Optimismus von Hegeholz beflügelt, ist die Tatsache, dass er in Leverkusen mit dem Handicap einer Oberschenkelzerrung an den Start ging. Die Verletzung werde aber bis zu seinem WM-Kampf, der am Freitag, 8. September, um 9.30 Uhr auf dem Programm steht, voraussichtlich völlig ausgeheilt sein. Zudem gestalte sich die Zusammenarbeit mit seinem neuen Trainer und Betreuer Dr. Heinz Nowoisky sehr vielversprechend. Hegeholz: "Der Doktor und ich passen wirklich sehr gut zusammen." Wenn es nach den Vorstellungen des 47-Jährigen geht, wird Assen lediglich eine Zwischenstation auf dem Weg zu den paralympischen Wettbewerben in Peking sein. "Das ist nach wie vor mein großes Ziel", erklärte der zweifache Träger des Silbernen Lorbeerblattes. Seine Medaillensammlung (international insgesamt 13 goldene und 14 silberneAuszeichnungen) sei noch nicht komplett. Mit Blick auf Peking hat das Multitalent, dessen Statistik Weltmeisterschaften im Mehrkampf und mit der 4 x 100-Meter-Staffel sowie einen Vize-WM-Titel im Kugelstoßen (1990) ausweist, 2005 auf Wettkämpfe verzichtet und den lädierten Innenmeniskus operieren lassen. Das Knie bereitet mittlerweile keine Probleme mehr. Und auch hinsichtlich der Vereinszugehörigkeit zeichnen sich klare Strukturen ab. Hegeholz, dessen Namenszug das Goldene Buch der ehemaligen Residenzstadt schmückt, ging früher für die Behinderten-Sportgemeinschaft Bückeburg an den Start. Derzeit wird die BSG Wunstorf als offizielle Vereinsadresse genannt. "Ich bin aber parallel schon lange Mitglied bei Hannover 96", erläuterte der siebenfache Weltrekordler. Bei den 96ern sei im Juli dieses Jahres eine spezielle Abteilung für behinderte Sportler gegründet worden. Exzellente Kontakte zu "96"-Chef Martin Kind - Hegeholz: "Wenn ich etwas haben will, soll ich anrufen" - beflügeln die Zuversicht des verheirateten Familienvaters zusätzlich. Dass der etwas holterdiepolter über die Bühne gegangene Abreisetag seine Leistungsfähigkeit bei der WM beeinträchtigen werde, stehe nicht zu erwarten, gab der Crack zu verstehen - am Donnerstag beherrschte der Schulbeginn von Tochter Dana das Geschehen bei Hegeholz.

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