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Viel zu entdecken beim Entdeckertag: Voll besetzte Shuttlebusse bringen Besucher nach Lauenau

"Donnerwetter - das haben wir nicht gewusst"

Lauenau (nah). Zwei Dutzend Zuhörer spitzen die Ohren. Soeben hat Gästeführerin Dorothee Hantke das Rittergut der Familie von Meysenbug sowie das ehemalige Amtsschloss erklärt. Jetzt steht die Gruppe vor einem dritten herrschaftlichen Anwesen, das sich seit Jahrhunderten im Besitz einer adligen Familie befindet. "Donnerwetter", staunen die Besucher über die Sehenswürdigkeiten von Lauenau, "das haben wir noch nicht gewusst."

veröffentlicht am 10.09.2007 um 00:00 Uhr

"Fleckendiener" Karsten Sucker begleitete Ausflügler im Shuttleb

Die meisten von ihnen sind mit S-Bahn und Shuttlebus von der anderen Deisterseite gekommen. Margret Schökel und Gabriele Ravenschlag zum Beispiel haben sich genau überlegt, wie sie den diesjährigen "Großraum-Entdeckertag" nutzen wollten: "Lauenau war so schön beschrieben", nicken die beiden Hannoveranerinnen. Andere folgten bei der Ankunft am Nenndorfer Bahnhof dem "Fleckendiener" wie weiland die Kinder dem Rattenfänger: "Der hat seine Glocke geschwungen, da mussten wir einfach mit." Unterwegs erzählte ihnen Karsten Sucker den Anlass für seine historische Staffage - und drückte den Passagieren gleich ein Faltblatt mit Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten in die Hand. Mindestens zwei der Besucher werden wohl wiederkommen: Ein Gewinnspiel versprach einen Wochenendaufenthalt. Auch Andrea und Thorsten Bierwirth haben sich der Gästeführung angeschlossen. Sie wohnen zwar in Feggendorf - aber erst seit wenigen Wochen. Nun nutzen sie die kostenlose Gelegenheit zum Kennenlernen ihrer neuen Heimat: "Das ist ja wirklich interessant." Dass es auf die durch die Straßen spazierenden Gruppen anfangs unablässig regnet, stört die Teilnehmer am wenigsten. Eher die Gastgeber: Beim Heimat- und Museumsverein gibt es ein paar mürrische Gesichter, weil die montierte Garteneisenbahn durchs nasse Gras ihre Runden drehen muss. Dafür sind die Museumsbetreuer umso fröhlicher: So viele Besucher sind schon lange nicht mehr im Gesindehaus gewesen. Viele staunen über die Sonderschau der Bilder von Süntelbuchen - und wollen natürlich nun auch das wohl weltgrößte Exemplar sehen, das nur einen guten Steinwurf entfernt im örtlichen Volkspark wächst. Dass nicht nur Hannover den Flecken Lauenau an diesem Tag entdeckt, sondern auch Schaumburger sich neben den offenenörtlichen Denkmälern für hiesige Sehenswürdigkeiten interessieren, ist am Beispiel der Familie Malinka aus Auhagen auszumachen. Ganz bewusst haben sie sich für den Besuch des "Feggendorfer Stolln" entschieden und sind den Deisterhang hinauf geklettert. Dass sie bis zur nächsten Führung wegendes großen Andrangs warten müssen, macht ihnen nichts aus: Bergmann Peter Mühr hat eine kleine Dampfmaschine in Gang gebracht, die am Drahtseil ein kleines Fahrgestell über die alten Gleise zieht. Darauf balancieren Mutter Sabine mit den Kindern Johanna und Leon und haben ihre helle Freude. Stunden später verabschiedet "Fleckendiener" Sucker an der Bushaltestelle wieder eine Gruppe von Gästen. Er ist ein bisschen geschafft, weil er insgesamt sieben voll besetzte Busse von Nenndorf nach Lauenau begleitete: "Aber Spaß", sagt er, "Spaß hat mir das trotzdem gemacht."

Auch eine Entdeckung: Die Dampfmaschine zieht Mutter und Kinderü
  • Auch eine Entdeckung: Die Dampfmaschine zieht Mutter und Kinderüber das Gleis. Fotos: nah


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