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Bückeburger Kaufleute sollen sich auf ihre Stärken besinnen

Domhof-Galerie Minden - Bangemachen gilt nicht

Bückeburg (ly). "Wer hat Angst vor der Domhof-Galerie?" Nur wenige Bückeburger Kaufleute melden sich auf die Frage von Professor Dr. Heinz-Dieter Quack, Geschäftsführer des "Europäischen Tourismus-Institutes" in Trier und an diesem Abend Gast von "Handel aktiv". Dennoch: Ganz wohl ist vermutlich keinem bei dem Gedanken, dass in der Mindener City ein großes Einkaufszentrum entstehen soll. "Mir macht das ein wenig Angst", gibt "Handel aktiv"-Vorstand Klaus Everding zu.

veröffentlicht am 29.06.2007 um 00:00 Uhr

Gast und Gastgeber: Prof. Heinz-Dieter Quack (Dritter von rechts

Einem Gutachten zufolge, so Quack, werde in Bückeburg 4,1 Prozent Kaufkraft abgesaugt. Von den heimischen Einzelhändlern wird die Expertise indes skeptisch beurteilt. Über Prognosen, wonach der Verlust 25 Prozent betragen könne, hatte kürzlich Everding berichtet. Als ob die Konkurrenz auf der grünen Wiese nicht schon reichen würde. Bangemachen gilt nicht. Professor Quack, der zum Thema "Vitale Innenstadt" referierte, rät den Bückeburger Kaufleuten vielmehr, sich auf ihre Stärken zu besinnen. Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es doch. "Sie sollten versuchen, die Gefahr Domhof-Galerie als Chance zu begreifen", schlug Quack vor. Auf keinen Fall dürften die Bückeburger Einzelhändler sich auf einen Preiskampf einlassen. "Prophylaktisch die Preise zu erhöhen, um mit weniger Kunden den gleichen Umsatz zu erzielen, geht ebenfalls schief." Stattdessen müsse Bückeburg zur Marke für ein attraktives Einkaufserlebnis werden, "so wie Tempo ein Synonym für Papiertaschentuch ist''. Und das geht nur gemeinsam, durch einheitliches Auftreten und Management. Schließlich haben gewachsene Innenstädte einiges vorzuweisen, Geschichte etwa, ihre Vielfalt und Einzigartigkeit. Einzelhändler, so der Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre, sollten im Kampf mit den großen Shopping-Malls "eigene Nischen kultivieren und nicht alle Zielgruppen bedienen wollen". Kleine könnten schneller reagieren, gleichzeitig aber von den Riesen lernen, zum Beispiel beim einheitlichen Auftreten der Mitarbeiter. Besonders wichtig finden Kunden laut Quack Sauberkeit, Sicherheit, Erreichbarkeit und einheitliche Öffnungszeiten. "Die Öffnungszeiten sind bei uns seit etwa zehn Jahren Thema", erinnerte "Handel aktiv"-Vorstand Christian Engelke. Quacks Empfehlung: "Wer bereit ist, dabei mitzumachen, sollte es auch nach außen kommunizieren. Die anderen geraten dann unter Wettbewerbsdruck." Attraktiver werden könne die Innenstadt beispielsweise durch Events. Werbekampagnen müssten emotional sein, "dann ist der Preis ein nachrangiges Kriterium". Als einen Vorschlag zur Kundenbindung nannte der Referent die Einführung von Regionalgeld. Vorteil des alternativen Zahlungsmittels, das gegen Euros getauscht wird: "Man hält das Geld in der Region." Durch Regionalgeld, eine Ergänzung zum Euro, meist in Form von Gutscheinen, soll die heimische Wirtschaft angekurbelt werden. Rund 50 Regionen haben bereits Erfahrungen gesammelt - überwiegend positive, wie es heißt. Zurück zur Domhof-Galerie. "In der Eröffnungszeit werden die Leute in Scharen nach Minden laufen", prophezeit Quack. "Und wir wären ziemlich blöd, wenn wir nicht auch hinlaufen würden - um zu gucken."



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