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Brenntage werden deshalb zumÄrgernis, weil sich viele Bürger nicht an die Spielregeln halten

Dörfer ersticken im Qualm, Feuer kokeln tagelang

Rinteln (clb/wm). Das Thema Brenntage ist für dieses Jahr noch nicht vorbei: Auch heute darf zwischen 8 und 18 Uhr der Grünschnitt noch einmal verbrannt werden, ebenso am nächsten Wochenende. Für manche eine bequeme und schnelle Methode, um Abfälle loszuwerden, für viele Bürger nach wie vor ein Ärgernis. Das Problem, so sehen es Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz wie Rintelns Polizeichef Gerhard Bogorinsky, seien nicht die Brenntage an sich, sondern dass sich viele Bürger nicht an die Spielregeln halten.

veröffentlicht am 20.10.2007 um 00:00 Uhr

Kontrollen? Fehlanzeige: Dieses Foto entstand am Mittwoch, der H

Obwohl es statt der früher zwei jetzt 16 Brenntage im Jahr gibt - eingeführt, damit jeder eine Chance hat, seinen Gartenabfall bei guter Witterung zu verbrennen - tun viele so, also ob es nach wie vor nur zwei Brenntage gebe. Sie stecken ihre Haufen schon am ersten möglichen Brenntag selbst dann an, wenn es in Strömen regnet. Die Folge: Dichter, stinkender, ätzender Qualm hüllt ganze Dörfer ein. Zweites Problem: Viele halten sich nicht an die Vorschriften und kippen Unrat, Möbelstücke, sogar Autoreifen ins Feuer, unschwer an den pechschwarzen Rauchwolken zu erkennen. Die Polizei sieht sich nicht imstande, 16 Brenntage ausreichend zu kontrollieren. Stichprobenartig und im Rahmen der Streifenfahrten werden schwarze Schafe dann eher zufällig aufgedeckt. Wer erwischt wird, bekommt zunächst eine Verwarnung. Fällt er erneut auf, ist eine Anzeige wegen Ordnungswidrigkeit fällig. Auch vom Ordnungsamt ist offensichtlich kaum Hilfe zu erwarten: Bürger erzählen, sie hätten dort angerufen, eine Reaktion sei nicht erfolgt. So landeten auch diesmal wieder unzählige Anrufe empörter Anwohner in der Redaktion, die erbosten Bürger schrieben E-Mails und Leserbriefe. Eine Lösung des Problems ist nicht in Sicht, denn bei der Verwaltung ist man der Meinung, die Brenntage sollten bis zum 31. März 2009 - so lange gilt die vom Rat erlassene Allgemeinverfügung - durchgehalten werden. Auch, so Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz, weil vor allem für die Bewohner in den Dörfern, eine Entsorgung des Grünschnitts auf dem Kompostplatz der AWS eine mühsame wie teure Sache sei. Wer dort schon Grünschnitt abgeladen hat, weiß, wovon die Rede ist: Lange Autoschlangen, damit lange Wartezeit, und fünf Euro für einen Anhänger, auf den noch nicht mal der komplette Heckenschnitt passt - das empfinden Hobbygärtner als Zumutung - zu Recht. Dazu kommen die ungünstigen Öffnungszeiten der Deponie. Ganz klar für die Abschaffung der Brenntage ist Landtagsabgeordnete und Ratsfrau Ursula Helmhold (Grüne). Ihrer Meinung nach sei das Verbrennen aus Klimaschutz- und gesundheitlichen Gründen nicht zu vertreten. Außerdem gebe es in Rinteln, so Helmhold, genug Alternativen, um den Grünschnitt auf andere Weise loszuwerden. Die Grünen wollen nun, gemeinsam mit der SPD, eine Ratsinitiative gegen die Brenntage ins Leben rufen. Die Brenntage sind im Jahr 2004, wie Susanne Rintelen von der Abfallwirtschaftsgesellschaft Schaumburg (AWS) erklärte, nach rund zehnjähriger Unterbrechung wieder im ganzen Landkreis eingeführt worden. Gleichzeitig sei damals eine neue Brenntagsverordnung für jede einzelne Kommune erlassen worden, die unter anderem besagt, dass Mindestabstände zu öffentlichen Gebäuden wie Kindergärten und Krankenhäusern eingehalten werden müssen sowie das Brennen bei starkem Wind und Regen verboten ist. Für Rinteln bedeutet das: 25 Meter Mindestabstand zu Gebäuden, 300 Meter zu Krankenhäusern und 1500 Meter zum Segelflugplatz.



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