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Plattdeutsche Führung durchs Museum: Zu Gast sind die Negenklauken-Experten

Dönekes auf Platt zwischen den Exponaten aus vergangener Zeit

Bückeburg (mig). Platt wird wieder populär: Erstmals können Führungen im Schaumburg-Lippischen Landesmuseum auch in der alten Heimatsprache gebucht werden. Um das neue Angebot zu testen, hatte man sich mit den "Negenklauken" die Experten ins Haus geholt.

veröffentlicht am 21.10.2006 um 00:00 Uhr

Oliver Glißmann holt ein altes Kassenbuch hervor. Foto: mig

Im alten Fachwerkgebäude an der "Langen Straße" herrscht Premierenstimmung. Voller Vorfreude warten die Mitglieder der "Negenklauken" auf die erste plattdeutsche Führung im Museumsbau an der Langen Straße. "Die Idee finden wir einfach großartig", meint eine ältere Dame, als sie auf das neue Konzept angesprochen wird. Dass mit Oliver Glißmann ausgerechnet ein Mittdreißiger die Führung auf Platt übernimmt, freut sie besonders. "Es gibt ja nicht mehr viele junge Leute, die das noch sprechen." Der junge Museumsführer kommt gebürtig aus Warber und wuchs "mit den Trachten" auf. "In dem Ortsteil haben damals noch viele Platt gesprochen", erläutert er seine eigenen erstaunlich guten Kenntnisse. Gibt es derzeit vielleicht sogar eine gewisse Platt-Renaissance bei jüngeren Schaumburgern? Museumsmitarbeiter Jürgen Schneider hat im Landkreis zumindest ein Aufleben der alten Heimatkultur ausgemacht. "Ich habe ein junges Mädchen kennen gelernt, das sich in Tracht konfirmieren lassen will", berichtet er den "Negenklauken". Die freuen sich und lauschen interessiert den Ausführungen von Glißmann, der gerade damit beginnt, die ersten Exponate zu erläutern. Besonders die sinnliche Ansprache gefällt den Teilnehmern des Rundgangs: Glißmann holt ein altes Kassenbuch hervor oder zeigt der Runde ein Trachtenteil ganz aus der Nähe. Als die Gruppe an ein Wandregal kommt, deutet eine Besucherin auf die darin untergebrachten alten Schüsseln: "Die hatten wir damals auch, wenn wir die runtergeschmissen haben, hat das aber nicht viel ausgemacht." Heute sind die guten Stücke kostbare Zeugnisse eines vergangenen Lebens ohne Technik. Überhaupt haben viele der gezeigten Gegenstände einen hohen Wiedererkennungswert, "man fühlt sich in die damalige Zeit zurückversetzt", berichtet eine Rundgangteilnehmerin von ihren Erfahrungen.

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