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Aber Betreuung durch eine Fachkraft / Dr. Krusche beim Seniorenbeirat

Doch keine Palliativ-Station im Seniorenheim "Schäferhof" geplant

Rehren (la). Ende November 2007 hatte "Medicare"-Chef Helmut Müller angekündigt, dass im Seniorenheim "Schäferhof" die erste Palliativstation im Landkreis Schaumburg eingerichtet werden soll. Dieses Vorhaben konnte aber nicht umgesetzt werden, da das Seniorenheim die Voraussetzungen hierfür nicht erfüllt.

veröffentlicht am 11.02.2008 um 00:00 Uhr

Im "Schäferhof" wird nun doch keine Palliativstation eingerichte

"Wir müssten dafür einen gesamten Bereich vorhalten, und da wir nicht wissen, ob der Bedarf überhaupt besteht, haben wir von dem Vorhaben Abstand genommen", sagte Junior-Chef Michael Müller auf Anfrage. Man wolle jedoch eine professionelle Palliativbetreuung anbieten. Dazu würden Gästezimmer und Rückzugsmöglichkeiten für Angehörige bereitgestellt und die Pflegedienstleiterin Ina Arnold zur Fachkraft ausgebildet. Das weitere fehlende Fachpersonal würde durch Hospizvereine ausgeglichen. Der Vorteil für die Angehörigen sei, dass nach den normalen Pflegestufen abgerechnet wird, so Müller. "Um den zusätzlichen Aufwand abrechnen zu können, müssten auch Qualitätsmerkmale für Palliativstandards erfüllt werden, die das Heim nicht leistet", stellte Dr. J. Uwe Krusche, Leiter des Gesundheitsamtes des Landkreises Schaumburg jetzt bei einem Besuch des Behinderten- und Seniorenbeirates der Gemeinde Auetal fest. "Schmerzfrei zu sterben, muss in jedem Alten- und Pflegeheim möglich sein." Es sei geschmacklos, plakativ darzustellen, dass man ein Bett für Krebskranke bereitstellt und meint, damit eine Palliativstation zu bieten. "Da gehört einiges mehr dazu", so Dr. Krusche. Das gesamte Thema sei Neuland, undÄrzte würden jetzt beginnen, sich fortzubilden. Man habe in Deutschland einen Horror davor, Menschen durch Medikamente süchtig zu machen. "Deshalb müssen leider viele Schwerkranke leiden, und auch innovative Operationen werden nur sehr zurückhaltend vorgenommen", so Dr. Krusche. Die Mitglieder des Auetaler Behinderten- und Seniorenbeirates nutzten die Gelegenheit, Fragen an den Leiter des Gesundheitsamtes zu stellen. So wurde auch die immer wieder wichtige Frage der Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht ins Gespräch gebracht. "Ich empfehle hier eine Beratung durch den Betreuungsverein und das Gesundheitsamt. Dort sind auch Beurkundungen möglich", sagte Dr. Krusche, wies aber auch auf die Informationen durch das Internet und Hausärzte hin. Positiv nannte Dr. Krusche die neue Einrichtung der Burghofklinik in Rinteln, die die psychiatrische Grundversorgung sicherstellt. "Das ist auch für die Einwohner des Auetals wichtig, denn der Weg nach Rinteln ist wesentlich kürzer als der nach Wunstorf." Der Vorsitzende des Behinderten- und Seniorenbeirates, Hermann Schwiezer, berichtete, dass er Angehörige begleitet, wenn es im Seniorenheim Probleme gibt. "Das ist sehr gut und bringt oft mehr, als wenn das Gesundheitsamt hier tätig wird", lobte Dr. Krusche. "Der Schäferhof ist noch immer nicht ausreichend ausgelastet", stellte Dieter Hanke fest und fragte, ob 110 Plätze für das Auetal zu viel sind. "Der Landkreis Schaumburg ist gut mit Heimplätzen versorgt. Wir hoffen, dass sich gute Pflege durchsetzt", sagte Dr. Krusche. Hanke stellte noch fest, dass derPreis für die meisten Menschen eine sehr große Rolle spielt. "Aber die Pflege sollte trotzdem überall richtig gut sein", stellte Dr. Krusche klar.

Hermann Schwiezer (r.) dankt Dr. J. Uwe Krusche für dessen Besuc
  • Hermann Schwiezer (r.) dankt Dr. J. Uwe Krusche für dessen Besuch des Behinderten- und Seniorenbeirates Auetal und die wichtigen Informationen. Fotos: la


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