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Vor Gericht: 26-jähriger Mann aus Rinteln zu 27 Monaten Haft verurteilt

DNA-Spuren aus zwei Haaren führen Fahnder zu drogenabhängigem Dieb

Rinteln (maf). Es war eine kriminelle Karriere wie aus dem Bilderbuch: Zwei Ladendiebstähle, ein Autoaufbruch und der Handel mit Heroin haben einem arbeitslosen Rintelner (26) eine mehrjährige Freiheitsstrafe eingebracht. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Christian Rost verurteilte den in Kasachstan geborenen Mann zu insgesamt 27 Monaten Haft. 1991 war der von Rechtsanwalt Gunter Mücke verteidigte Mann nach Deutschland gekommen und wiederholt aufgefallen. Eine Ausbildung hatte er wegen seiner Drogensucht aufgegeben.

veröffentlicht am 11.11.2006 um 00:00 Uhr

Durch einen Pkw-Aufbruch im vergangenen Jahr war der drogenabhängige Mann ins Visier der Fahnder gelangt. Der Rintelner, der damals täglich bis zu fünf Gramm Heroin benötigte, war in einer Märznacht zu Fuß in der Nordstadt unterwegs. In der Nähe des Krankenhauses sah er einen abgestellten BMW, schlug die Scheibe ein und entwendete das Bedienerteil des Radios sowie den Fahrzeug- und den Führerschein. Polizeibeamte entdeckten später zwei Haare in dem Wagen und ließen ihren Fund vom Landeskriminalamt in Hannover analysieren. Dort wurden die DNA-Spuren des bis dahin unbekannten Täters ausgewertet, und drei Monate später brachte eine Computerfahndung den Erfolg. Es folgte eine Hausdurchsuchung bei dem Mann aus Kasachstan. Dabei fanden die Polizisten zwar nicht die gestohlenen Papiere, dafür aber knapp 20 Gramm Heroin und weitere Drogenutensilien. Außerdem fielen den Fahndern mehrere Kalender mit Notizen über Heroinverkäufe in die Hände. Auf den Listen hatte der Arbeitslose etliche Namen notiert, teilweise auch Grammangaben und Geldbeträge. Bei den Ladendiebstählen, urteilte das Gericht, habe es sich um typische Beschaffungskriminalität gehandelt: Der 26-Jährige benötigte immer wieder Geld, um seinen kostspieligen Drogenkonsum zu finanzieren. So ließ er in einem Warenhaus in Obernkirchen fünf Schachteln Zigaretten mitgehen, in einem Rintelner Geschäft einen DVD-Player. Hier hatte der Mann Pech: Ein Ladendetektiv hatte den Diebstahl beobachtet. Ob der 26-Jährige demnächst tatsächlich ins Gefängnis muss, ist nicht sicher: Möglicherweise wird die Strafvollstreckung zugunsten einer stationären Drogenbehandlung zurückgestellt.

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