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Hamelner DRK-Bereitschaft, Sportboot-Verleih und Motorboot-Club machen mit

DLRG-Übung zum Saisonstart

HAMELN. Als traditionelles Anfahren zum Saisonstart geplant, ahnten die DLRG-Aktiven morgens beim Aufbauen des Mannschaftszeltes noch nichts.

veröffentlicht am 14.05.2019 um 13:58 Uhr

Laut Ansage sollte das Zelt vorsorglich bei dem unbeständigen Wetter für das Abschlussgrillen zur Verfügung stehen. Doch gebraucht wurde es eigentlich für die Übung als Versorgungszelt für „Patienten“. Kaum fertig aufgebaut, kam über Funk die Einsatzmeldung für die Übung: Ein Boot des Sportbootverleihs hatte ein Kanu mit drei Personen Besatzung gerammt, die verletzt über Bord gegangen waren und gerettet werden mussten.

Eine gewisse Grundanspannung konnte man in allen Gesichtern ablesen – auch bei Einsatzleiter Max Meyer, der diese Funktion zum ersten Mal übernahm. Ruhe bewahren, umsichtig handeln, Prioritäten setzen und trotzdem möglichst schnell sein: „Los geht’s, nacheinander beide Boote slippen und ab zur Unfallstelle“, die in einiger Entfernung vom DLRG-Jugend- und -Schulungsheim aus zu sehen war. Als kurz darauf schon der Rettungswagen mit Mirco Feise, Calvin Krieten-stein und Tobias Lamsat von der Hamelner DRK-Bereitschaft eintraf, war auch dem letzten Wachgänger klar, dass es ernst wurde.

Nur Eingeweihte wussten, dass die 2. Vorsitzende der Hamelner DLRG, Jonica Dithmar, Vanessa Grote und Jonas Kurkowski zum Hafen des Motorboot-Clubs Hameln e. V. gebracht hatte. Dort waren sie mit Nick Feise vom Sportboot-Verleih Hameln verabredet, der eines seiner Boote sowie ein Kanu für die drei mitgebracht hatte. Der Kanubesatzung wurden von Jonica Dithmar, ausgebildete Expertin in realistischer Unfall- und Notfalldarstellung, blutende Wunden geschminkt. Und auch Nick Feise erhielt auf seine erste Bräune vom Osterwochenende im Gesicht schneeweiße Schockschminke, bevor man aus dem MCH-Hafen in Richtung Stadt schipperte. Alles hundertmal geübt, und doch zeigten sich jetzt im Einsatzfall kleinere Startschwierigkeiten, die es zu bewältigen galt. Das Kommando beim Umgang mit der Winde war nicht optimal, und DLRG-Vorsitzender Norbert Meyer hatte als Bootsführer des „Seestern“ Probleme beim Anlassen. Deshalb düste Bootsführerin Janina Breitkopf mit ihrer Besatzung als Erste los und sammelte mit dem „Greif Zu“ zwei wild schimpfende Kanutinnen ein, die sauer auf den geschockten Unfallverursacher waren. Ruckzuck waren beide im Boot, berichteten sie später in der Abschlussbesprechung. Unterhalb des Kanus befand sich allerdings noch eine Person, die zunächst unentdeckt blieb, und erst im zweiten Anlauf an Land gebracht wurde. Währenddessen hatte Axel Hartmann, 2. Vorsitzender vom Motorboot-Club Hameln e. V., die Einsatzbeobachter Mirco Feise, den stellvertretenden Bereitschaftsleiter des DRK und die 2. Vorsitzende der DRLG an Bord seines „Flipper“, um sie mit sicherem Abstand, aber möglichst nah, an das Geschehen zu bringen.

DLRG und DRK arbeiten Hand in Hand, um das Unfallopfer an Land zu bringen. FOTO: Claudia Vasentin/PR

Gemeinsam mit dem DRK arbeiteten alle beim Anlandbringen Hand in Hand. Dabei kamen Spineboard und Trage zum Einsatz. Prioritäten waren zu setzen, und alle „Patienten“ wurden einzeln gut betreut. Die Mitglieder des Jugend-Einsatzteams der DLRG versorgten im Zelt die „Wunden“ und legten einen Kopfverband an. Nebenbei schützten sie ihre „Patientinnen“, indem sie resolut die DLRG-Fotografin verscheuchten und so für Privatsphäre sorgten.

Bei der Abschlussbesprechung bot sich für alle die Gelegenheit, von ihren Eindrücken in den verschiedenen Situationen zu berichten. Viel gab es zu erzählen und allen hat es Spaß gemacht. Einsatzleiter Max Meyer und Mirco Feise vom DRK als Beobachter von der Wasserseite sowie Einsatzleiter Peter Breitkopf als Beobachter an Land zeigten sich zufrieden mit dem Ablauf.



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