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Versammlung offenbart: Einigen Mitgliedern kommt der Spitzensport zu kurz

Dissonanzen statt Harmonie: TVE streitetüber den Breitensport

Röcke (jp). Der TVE Röcke trägt zwar den Begriff "Einigkeit" im Vereinsnamen, doch diese scheint in der jüngsten Vergangenheit deutliche Risse bekommen zu haben. In die Jahresversammlung des früher so harmonisch agierenden Turn- und Sportvereins aus dem Bückeburger Westen mischten sich in diesem Jahr unüberhörbar herbe Misstöne. Die vereinsinternen Gräben verlaufen offensichtlich zwischen den Befürwortern und den Gegnern einer ausschließlichen Ausrichtung des TVE Röcke auf den Bereich Breitensport.

veröffentlicht am 20.03.2007 um 00:00 Uhr

Jugendwartin Kerstin Dey

Dabei hatte die Versammlung zunächst so scheinbar harmonisch begonnen. Der erste Vorsitzende Manfred Heidmeier berichtete über eine erfolgreiche Sportwerbewoche und die lang ersehnte Fertigstellung des neuen Fußbodens in der Petzer Sporthalle. Einen starken Mitgliederzuwachs erlebte die Handballsparte nach dem Ende der Vereinigten Turnerschaft Bückeburg: 50 Jugendliche wechselten damals zum TVE Röcke. Bedingt durch Einkleidungen, Bälle, Schiedsrichter- und Übungsleiterhonorare konnte der TVE die selbst gesteckten Haushaltsziele für 2006 nicht einhalten. Dies sei jedoch vom Vorstand bewusst getragen worden, betonte Heidmeier: "Eine Beitragserhöhung steht für uns nicht zur Debatte." Auch Handball-Leiterin Rita Klöpper verwies auf den Kraftakt, der dem TVE durch den großen Mitgliederzulauf abverlangt wurde. Sie bedauerte den Verlust von Stammspielerinnen der Damenmannschaft und den Wechsel von Trainer Wolfgang Budde zum TuS Lahde/Quetzen. Genau der meldete sich anschließend zu Wort und monierte, dass die Leistungen der bislang von ihm trainierten Handball-Damen in den Berichten zu wenig erwähnt worden seien. Im April 2006 war die damalige A-Juniorinnen-Mannschaft des TVE Röcke völlig überraschend Vize-Westfalenmeister geworden. Anschließend hatte sich das junge Team dann noch aufsehenerregender bei einem Pokalwettbewerb gegen mehrere hundert andere Mannschaften durchgesetzt. Als Manfred Heidmeier ihn mit der Bemerkung zu beschwichtigen versuchte, auf der Jahresversammlung des TVE Röcke dürften sich auch - wie gerade erlebt - Nicht-Mitglieder zu Wort melden, war für Wolfgang Budde das Maß voll: Der ehemalige A-Juniorinnen-Trainer stand auf, erklärte lautstark, auch in den nächsten Jahren weder als Trainer noch als Schiedsrichter für den TVE aktiv zu werden, und warf dem ersten Vorsitzenden, bevor er die Tür hinter sich zuknallte, noch an den Kopf: "Und außerdem: Mitglied des TVE bin ich schon seit zwei Jahren!" Manfred Heidmeier hatte in dem sich anschließenden Mini-Tumult einen sichtlich schweren Stand, wieder Ruhe in die Versammlung zu bringen. Auch Peter Hopf, Jugendtrainer der Volleyballsparte und gerade als "stiller Star des Schaumburger Sports" geehrt, schlug indirekt in die gleiche Kerbe wie Wolfgang Budde: "Ich kann nicht verstehen, wenn ein Verein, der sich dem Breitensport verschrieben hat, nur in die Breite geht." Hintergrund der auf der Jahresversammlung hochgekochten Emotionen ist, wie mehrere Mitglieder gegenüber unserer Zeitung bestätigten, ein Richtungsstreit über die Ausrichtung zum reinen Breiten- oder auch zum Spitzensport. Die Quittung erhielt der erste Vorsitzende, als ihm bei der notwendigen Entlastung des Vorstands zwei Mitglieder ihre Zustimmung verweigerten und drei weitere sich enthielten. Keine Gegenstimmen gab es bei der Wiederwahl von Joachim Klöpper zum zweiten Vorsitzenden. Neue Jugendwartin wurde Kerstin Dey. Sie tritt die Nachfolge von Steffen Hilgendorf an, der 2006 überraschend als Trainer, Handballjugendwart und Vereinsjugendwart das Handtuch warf. Mit Spannung schauen manche TVE-Mitglieder schon jetzt der Jahresversammlung im kommenden Jahr entgegen: Dann nämlich steht der Posten des ersten Vorsitzenden zur Wahl an ...

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