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Algesdorfer Bühne wollte "Die Schöne und das Biest" zeigen und spenden - jetzt wird improvisiert

Disney verbietet "The Batz" Aufführung

Bad Nenndorf/Algesdorf (fox). Andreas Scholz ist fassungslos. Der Bühnenbildner und stellvertretende Spartenleiter der Algesdorfer Theatergruppe "The Batz" kann nicht verstehen, weshalb der in New York ansässige Konzern Disney als Lizenzinhaber den Schaumburgern die Aufführung des Stücks "Die Schöne und das Biest" im Kurtheater in der geplanten Form untersagthat. Die Erlöse waren für ein Kinderhospiz gedacht. Nun müssen "The Batz" umdenken.

veröffentlicht am 21.01.2008 um 00:00 Uhr

Das Bühnenbild hat Andreas Scholz (r.) bereits im verkleinerten

Ein schönes Weihnachtsgeschenk ist es für "The Batz" nicht gerade gewesen, was ihnen kurz vorm Fest aus New York per E-Mail zugesandt wurde. Richard Salfas von der lizenzverwaltenden Disney-Unterorganisation "Music Theatre International" machte den Algesdorfern in einem knappen Elfzeiler beinahe alle Illusionen zunichte, die sich die ehrenamtlichen Schauspieler zu "Die Schöne und das Biest" gemacht hatten. Demnach dürfen "The Batz", die das Stück als Playback-Version mit eigenen Textpassagen geplant hatten, weder geschützte Mitschnitte, Texte oder Dialoge aus dem Musical verwenden. "Sei es für Wohltätige Zwecke oder nicht", schreibt Salfas in seiner E-Mail. Ein Vorgang, mit dem Scholz nicht gerechnet hatte. Denn bisherige Anfragen bei der lizenzverwaltenden Hamburger Firma "Stage Entertainment" seien stets positiv beschieden worden - als letzten großen Erfolg haben "The Batz" das Stück "Mamma Mia" gezeigt. "Mir ist klar, dass Sie nicht jedem die Aufführungsrechte geben können, aber wenn Sie sehen könnten, wie unsere Jugendlichen Spaß daran haben, durch ihr Theaterspiel anderen Kindern zu helfen, würden Sie vielleicht anders denken", hat Scholz nach New York zurückgeschrieben. Auf eine Antwort wartet er bis heute. Scholz, der als Leiter des Malsaals am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover arbeitet, weiß, dass auch kleinere Bühnen Großes leisten können und krempelt nun nach eingehender Beratung mit Schauspielern und dem hannoverschen Theaterregisseur und Autor Andreas Ludin doch die Ärmel hoch. "Wenn wir das Stück nicht spielen dürfen, spielen wir es trotzdem", sagt Scholz. Er und Ludin bedienen sich dabei eines Tricks, der gleichermaßen eine "Gratwanderung" sei. Distanziert von der Disney-Version, wolle Ludin auf Grundlage des Originalmärchens der französischen Autorin Leprince de Beaumont eine eigene improvisierte Version schreiben, in der es um Sehnsucht, Liebe und die Suche nach dem "wahren Ich" gehen soll. "Es wäre keine echte ,The Batz'-Produktion, wenn außer der spannend-romantischen Geschichte nicht auch Musik und Tanz eine wichtige Rolle spielten", sagt Scholz und kündigt die "waschechte Uraufführung" für Herbst an. Das Bühnenbild hat der Künstler bereits in allen Details vor Augen.

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