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Flatrate-Angebot: Landkreis und WIR reagieren

Disko-Betreiber steht unter Beobachtung

Bad Nenndorf (rwe). Einmal bezahlen und dann trinken, was die Leber aushält. Das Wesen so genannter Flatrate-Partys gilt als sittenwidrig, deshalb sind sie auch unzulässig. Die Diskothek Phoenix-Parc hat neuerdings mit Angeboten dieser Art und provokanten Werbeplakaten nicht nur die Aufmerksamkeit von Gästen auf sich gezogen, sondern auch die der Behörden. Der Betreiber ließ kürzlich den großen Schriftzug "Flatrate Bad Nenndorf" zwar durchstreichen, offerierte den Betrachtern dafür kleingedruckt 25 Freigetränke. Allerdings wurde nach Intervention des Landkreises die Wahlfreiheit eingeschränkt. 15 Drinks davon mussten ohne Alkohol sein.

veröffentlicht am 26.05.2008 um 00:00 Uhr

Die WIR-Politiker Richard Wilmers und Gundi Donjes stören sich a

Die neongelben Plakate machen Gundi Donjes sauer. Für den flüchtigen Betrachter ist das Wort Flatrate durchgestrichen, doch in Augenhöhe der Jugendlichen prangt ein kleingedruckter Satz: "Heute gibt es 25 Freigetränke für jeden." Die Stadthägerin, die eine 17-jährige Tochter hat, schlägt Alarm. Angebote, die quasi zum "Gratissaufen" einladen, gehörten abgeschafft. Die WIR-Politikerin sorgt sich, einfallsreiche Geschäftsleute machten so Profit auf Kosten der Gesundheit junger Leute. Sie fordert die Behörden auf, dem nicht tatenlos zuzusehen (s. "Zur Sache"). Tun sie auch nicht. Beim Landkreis Schaumburg ist das Thema bekannt. "Wir beobachten das Treiben ganz genau", sagt Klaus Heimann. Im vergangenen Sommer hatte der Bund-Länder-Ausschuss auf Initiative des Wirtschaftsministeriums die Flatrate-Partys untersagt. Diese zielten darauf ab, Alkohol auch an Betrunkene auszuschenken. Das Gaststättengesetz erlaube das nicht und biete die Handhabe, derartige Veranstaltungen zu untersagen. Schon Anfang März wurde Betreiber Maziyar Khatabaksh wegen einer vergleichbaren Aktion zum Gespräch ins Kreishaus gebeten. Die Lösung: Die Gäste erhalten für ihren Eintritt (25 Euro für Männer, 20 für Frauen) zwar 25 Drinks, 15 davon müssen aber alkoholfrei sein. Verschiedenfarbige Chips sollen die korrekte Abgabe sicherstellen. Nach Rücksprache mit der Medizinischen Hochschule zeigte sich das Ordnungsamt einverstanden. Zehn alkoholische Getränke seien demnach "gerade noch verträglich", so Heimann. Der Vorschlag sei daher akzeptiert worden, dennoch blieben die Mitarbeiter sehr kritisch. Dass er unter Beobachtung steht, weiß auch Khatabaksh. Er distanziert sich von dem provokanten Plakat. "Das ist falsch gelaufen und kommt so nicht wieder vor." Er verweist darauf, dass es seit der Eröffnung keine größeren Einsätze von Sanitätern oder der Polizei gegeben hat. Im Kommissariat in Bad Nenndorf wird bestätigt, dasses am Phoenix-Parc weitgehend ruhig und gesittet zugeht, allerdings wird auch dort der Trend zu den verkappten Flatrate-Angeboten kritisch gesehen: "Langsam geht es damit los. Wir sind gespannt, was sich da entwickelt", heißt es bei der Polizei.



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