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Deutschlandtreffen des Ro 80 Clubs in Bückeburg / Erstes Serienfahrzeug mit Wankelmotor

Direkte Drehbewegung vor dem Schloss

Bückeburg (jp). Die historische Residenzstadt Bückeburg hatte sich der Ro 80-Club Deutschland für sein Frühjahrstreffen auserkoren. Seit drei Jahrzehnten hat sich der bundesweit aktive "Verein für Kreiskolbentechnik" den Straßenschlitten mit Wankelmotor verschrieben.

veröffentlicht am 30.04.2007 um 00:00 Uhr

"Was kreist denn da?" Technikfreaks schlug beim Blick unter die

Gleich zwei Jubiläen haben die Clubmitglieder in diesem Jahr zu feiern: 50 Jahre ist es her, dass mit dem DKM54 ein Wankelmotor bei den Neckarsulmer Motorenwerken richtig zu laufen begann. Vor genau 40 Jahren dann erblickte die Namenspatronin Ro 80, die erste Serienlimousine mit Kreiskolbenmotor, in den Neckarsulmer Werkshallen das Licht der Welt. Zehn Jahre später wurde die Serienfertigung eingestellt, und wiederum zwei Jahre später wurde der Club Ro 80 ins Leben gerufen. Eine gute Wahl für den Club, beide Jahrestage in Bückeburg zu feiern. Rund 25 stolze Fahrzeugführer trafen sich dazu zwei Tage lang. Das Programm des Frühjahrstreffens begann mit einer gemeinsamen Ausfahrt vom Treffpunkt Hotel Große Klus zum Wasserstraßenkreuz in Minden. Von dort bewegte sich der chromblitzende Konvoi zurück nach Bückeburg, um dort in prachtvoller Formation in den Schlosshof einzurücken. Dort informierten sich die Ro 80-Fahrer im Rahmen einer Schlossführung über die Geschichte des Fürstenhauses. Am Nachmittag trafen sich die Wankelmotor-Fans zu ihrer Jahreshauptversammlung. Der Tag klang mit einem gemeinsamen Büfett aus. Der zweite Tag des Frühjahrstreffens führte die Clubmitglieder nach Hameln. Neben einer Besichtigung der Rattenfängerstadt stand dort ein Besuch des Museums für Hamelner Automobilgeschichte auf dem Programm. Bei dem in den fünfziger Jahren entwickelten Wankelmotor wankt oder wankelt - wie der Name vielleicht vermuten lassen könnte - nichts. Vielmehr wurde der erste in Serie hergestellte Rotationskolbenmotor nach seinem Erfinder Felix Wankel (1902- 1988) benannt. 1954 gelang ihm die grundlegende Erfindung des Bewegungsprinzips, welches im Gegensatz zum Hubkolbenmotor die Verbrennungsenergie direkt in eine Drehbewegung umsetzt. Vorteile des Wankelmotors sind unter anderem die geringe Anzahl beweglicher Teile, das gleichförmige Drehmoment und die Fähigkeit, vollständig auswuchtbar zu sein. Nachteile sind die größeren Kühlwärme- und Druckverluste, was zu einem rund 16 Prozent höheren Benzinverbrauch gegenüber Viertakthubkolbenmotoren führt. Weiterentwickelt und zur Serienreife gebracht wurde der Motor von den NSU Motorenwerken in Neckarsulm. 1960 wurde mit dem NSU Prinz III erstmals ein Auto mit Wankelmotor angetrieben. 1963 wurde das zweisitzige Cabriolet NSU Wankel Spider auf der IAA präsentiert. Der Spider avancierte damit zum Vorläufer der Limousine NSU Ro 80, die erstmals 1967 vom Band lief und deren Zweischeiben-Wankelmotor 115 PS aufzubringen vermochte. Bis 1977 wurden gerade einmal 37 395 Exemplare dieses Fahrzeugs gefertigt.



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