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Zauberwort "Fotogrammetrie": Neue Dokumentationstechnik erleichtert Arbeit im Steinbruch

Dinospuren-Gräber sprühen vor Tatendrang

Münchehagen (jpw). "Mit Volldampf" werden die Grabungen nach Dinosaurierspuren im Steinbruch Wesling nördlich des Dinoparks Münchehagen fortgesetzt. Maßgeblich dafür soll eine neue Technik sein: Fotogrammetrie hilft den Wissenschaftlern, neue Spuren schnell und präzise zu dokumentieren.

veröffentlicht am 21.03.2008 um 00:00 Uhr

hre Begeisterungüberträgt sich auch auf die Ausgräber: Annette R

Nicht nur Annette Richter und ihr Team im Landesmuseum Hannover sind voller Tatendrang: "Ich bekomme laufend E-Mails, wann es denn nun endlich wieder losgeht", berichtet die promovierte Paläontologin, die selber ungeduldig der weiteren Grabung in Münchehagen entgegenfiebert. Für sie wird es erst nach einer mehrwöchigen Reise mit Ausgrabung in China so weit sein. Ihr Team hofft auf einen früheren Start in die neue Saison im Steinbruch in Münchehagen. Wissenschaftler auf der ganzen Welt sind begeistert von den Ergebnissen der inzwischen vier Jahre dauernden Arbeiten, bei denen inzwischen rund zehn Fährtenzüge diverser Raubsaurierarten und Iguanodonden ausgegraben und dokumentiert worden sind. Für dieses Jahr heißt erstmals Fotogrammetrie das Zauberwort. Richter und ihr Team lassen sich gegenwärtig vom entsprechenden Uni-Institut darin schulen, mit Hilfe vonFotografien und Messbildern die genaue Lage eines Objekts bestimmen zu können. "Da können wir endlich von der Folienmethode Abschied nehmen", freut sich die engagierte Paläontologin. Die Dokumentation wird so künftig wesentlich schneller gehen. Zusammen mit dem "inneren Zirkel", wie Richter den kleinen Kreis von Experten nennt, der die Münchehäger Grabungen begleitet, will sie sich vom Sommer an "wenn es hoffentlich richtig trocken ist", daran machen, Fachfragen zu klären: So interessiert Richter brennend eine einzelne kleine Spur eines Raubsauriers, über die sie mehr erfahren will. Auch ein Platz, an dem sich ausschließlich Raubsaurier aufgehalten haben, wird näher erforscht. Besondere Beachtung bekommen die Abdrücke der Vorderfüße und die Frage, ob die Dinosaurier im Passgang oder im Kreuzgang gegangen sind. Die Fachhochschule Hannover hat auf Geheiß der Paläontologen im Bereich Design- und Medientechnik einige Igunanodonden am Computer reanimiert und soll ihnen auch den richtigen Gang beibringen. Genug Betätigungsfelder im geräumigen Steinbruch wird es voraussichtlich im Sommer auch wieder für die zahlreichen interessierten Laiengräber geben.



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