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Laves-Bau: Architekt aus Bad Nenndorf rekonstruiert Grundriss am Herrenhäuser Schloss

Dieter Leukefeld als findiger Schlossdetektiv

Bad Nenndorf. Wenn er aus seinem Bürofenster schaut, blickt er auf das klassizistische Schlösschen im Kurpark von Bad Nenndorf. Und auf seinem Computerbildschirm hat er ein klassizistisches Schloss, das es nicht mehr gibt. Ode r noch nicht gibt, das ist Ansichtssache. Die Volkswagenstiftung will den 1943 zerstörten Laves-Bau in Herrenhausen mit originalgetreuer Fassade als Tagungszentrum wieder aufbauen - und Dieter Leukefeld (44) hat Pläne, die dabei noch von Nutzen sein könnten. "Im Jahr 2000, als das Schloss schon einmal für ein Gartenkunstmuseum wieder aufgebaut werden sollte, habe ich den Grundriss rekonstruiert", sagt der Architekt.

veröffentlicht am 14.12.2007 um 00:00 Uhr

Am historischen Schloss in Herrenhausen soll der Laves-Bau wiede

Autor:

Simon Benner

Fast anderthalb Jahre lang arbeitete er damals gewissermaßen Hand in Hand mit Laves. Er wertete mit detektivischer Akribie alte Fotos aus und stöberte in Archiven nach Plänen, die er dann digitalisierte: "Wir haben sogar die Verlegepläne der Fliesen im Vestibül aufgespürt", sagt er. Einfach sei die Arbeit nicht gewesen: "Manche Dokumente hatten sich verzogen oder wichen voneinander ab", sagt Leukefeld, "wir mussten hannoversche Fuß in Zentimeter umrechnen, außerdem waren die Originale von Laves teils ungenau." So hat die halbkreisförmige Mauer am Ehrenhof in Wirklichkeit eine Nische weniger als in Laves' Plänen, und die Seitenflügel des Schlosses gingen in unterschiedlichen Winkeln vom Hauptgebäude ab - rechtwinklig waren sie beide nicht. Mit elektronischen Tachymetern stellte Leukefeld sich in den Großen Garten, um erhaltene Fixpunkte wie Schlosstor, Grotte und Kaskade zu vermessen. So entstand Schritt für Schritt eine Annäherung an den Bau, der 1943 ein Opfer des Bombenkriegs wurde. "Ich habe die Maße des Giebels errechnet, die genaue Beschaffenheit des Daches oder die Größe der Fenster", sagt Leukefeld. Er hat Laves übersetzt; er hat dessen alte Pläne in einen modernen Grundriss gegossen - und nebenbei so manches Problem aufgetan: "Die vor sieben Jahren erbaute ,Schlossküche' deckt sich nicht mit dem Grundriss der historischen Schlossküche", sagt er. Wenn diese originalgetreu rekonstruiert werden sollte, stünde der zehn Millionen Mark teure, grüne Gastronomiebau schlicht im Weg...

Der Bad Nenndorfer Architekt Dieter Leukefeld am Computer in sei
  • Der Bad Nenndorfer Architekt Dieter Leukefeld am Computer in seinem Büro an der Parkstraße. Foto: sim


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