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Zwölf Schaumburger "Renos" freigesprochen / Prüfung bestanden, jetzt fortbilden

Diesmal ist keiner durchgefallen

Bückeburg (ly). Jörg Peters, Vizepräsident des Landgerichts, war nicht abkömmlich. Und auch Thomas Pfleiderer, Leitender Oberstaatsanwalt in Bückeburg, musste die Teilnahme an der Freisprechungsfeier absagen. Beide hatten eine Fortbildung. "Nehmen sie sich das zum Vorbild", ermunterte Rechtsanwalt Heinrich Schraepler, Vorsitzender des Prüfungsausschusses, zwölf frischgebackenen Schaumburger "Renos". Die Welt, so Schraepler, sei zu schnelllebig geworden, als dass man sich ausruhen dürfe. Weiterbildung ist alles.

veröffentlicht am 03.07.2008 um 00:00 Uhr

Geschafft: Zwölf Schaumburger "Renos" haben ihre Fachangestellte

Ihre Prüfung bestanden haben alle Rechtsanwalts- und Notar-Fachangestellten beziehungsweise Rechtsanwaltsfachangestellten. Der Notendurchschnitt liegt zwischen "gut" und "befriedigend". Die drei besten Prüflinge sind Mareike Radke aus Möllenbeck, die als einzige mit "sehr gut" abgeschnitten hat, Franziska Lerge (Stadthagen) und Franziska Wagner (Rinteln). Ihre Fachangestelltenbriefe in der Tasche haben seit Donnerstag außerdem Katharina Heine (Lüdersfeld), Tatjana Kunde (Auhagen), Anika Mattiebe (Bückeburg), Katharina Meier (Obernkirchen), Ann-Kathrin Oberheide (Bad Nenndorf), Melanie Schulzik (Stadthagen), Maria Weber (Stadthagen), Jane Wilken-Johannes (Auhagen) und als einziger Mann Maximillian Wolter aus Achum, der die Prüfung bereits im Februar abgelegt hat. Zum Lernen riet den neuen "Renos" auch Oberstaatsanwalt Bodo Becker, der seinen Chef Pfleiderer vertrat. "In einer Welt, wo das Berufsleben immer komplizierter wird, kommen sie ohne ein gerüttelt Maß an Fortbildung nicht aus", sagte Becker. Auf der anderen Seite hat Jürgen Steltner, Leiter der Berufsbildenden Schulen Stadthagen, bei anderen Schülern jedoch auch Resignation und Unlust beobachtet. Zum Teil ist die Durchfallquote laut Steltner hoch. Dort fehle wohl ein Stückchen Wille, die eigeneZukunft zu gestalten. "Diese Gleichgültigkeit müssen wir durchbrechen", forderte der Schulleiter. Ein Grund für miese Noten mag Frust über scheinbar schlechte Zukunftsperspektiven sein, ein anderer eben jene Null-Bock-Haltung. Wer die Prüfung bestanden habe, werde jedenfalls im großen Rahmen geehrt, so Steltner. "Das sind wir ihnen schuldig." Dieser Rahmen war der altehrwürdige Bückeburger Schwurgerichtssaal, wo außerdem der niedersächsische Staatsgerichtshof tagt. "Er entscheidet, ob ein Gesetz, das der Landtag beschlossen hat, verkündet werden darf", betonte Heinrich Schraepler die Bedeutung. "Bis vor 90 Jahren war dies der Plenarsaal der schaumburg-lippischen Volksvertretung", erinnerte Becker nach einem Blick durch den Raum. Heute, so Schraepler, gehöre Bückeburg mit Staatsgerichtshof, Landgericht, Amtsgericht und Staatsanwaltschaft zu den Justizzentren im Lande. Zwölf wurden freigesprochen, einer verabschiedet: Wolfgang Pautz hatte dem Prüfungsausschuss seit März 1991 angehört.



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