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Düstere Menschenmasse

Dieses Bild hat was

Ja, dieses Bild hat was. Das klassische Schwarz-Weiß-Foto, scheinbar von einem ominösen Nebel durchweht, zeigt die geballte Düsternis und die Dämonisierung jener Zeit. Bekannt das Gebäude-Szenario vor dem Hamelner Hochzeitshaus, der guten Stube dieser geschichtlich gewachsenen Stadt an der Weser.

veröffentlicht am 13.11.2020 um 20:02 Uhr

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Zu: „Er wollte Reichspräsident werden“, vom 7. November


Als Betrachter des abgelichteten Fotos verzichtete ich lange aufs Lesen des Textes. Mag sein, dass der Autor Dr. E.-Michael Stiegler seinen Beitrag für wichtig hielt. Für mich war und ist er es nicht, da von verschiedenen Motivationsebenen aus gesehen, alle Beteiligten und Gruppen gegen die erste deutsche Demokratie ankämpften. Die düstere Menschenmasse mit ausgestrecktem rechten Arm zum Hitler-Gruß in den vertrauten Häuserzeilen beschäftigte mich sehr, und schnell hatte ich einige Vertreter und Zeitzeugen der Zustimmungsthese im Kopf, wonach ganze Bevölkerungsgruppen Hitler und seiner Ideologie zujubelten und total zustimmten. Darunter Thomas Mann, Victor Klemperer, Götz Aly, Ralph Giordano, Hans-Ulrich Wähler, Daniel Jonah Goldhagen unter andere. Nach Peter Lengerich gab es damals keine (freie) Öffentlichkeit und Meinungsfreiheit, dies zeigt das Bild in der Dewezet überdeutlich. Eine Volksgemeinschaft, damals wohl noch überwiegend freiwillig, keine gegendemonstrierenden Menschen, wie wir es heute kennen. Eine geschlossene Gesellschaft ohne Vielfalt und Andersartigkeit, schlussendlich ohne Frauen als eigenständige Kraft und Kompetenz. Kurzum ein Bild, welches in den Lehrplänen unserer Schulen als Negativ-Beispiel nicht fehlen sollte.



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