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Gemeinderat Vahlbruch spricht sich gegen Suedlink-Trassenführung aus

„Diese Leitung will niemand haben!“

Vahlbruch. Zahlreiche Tagesordnungspunkte haben auf der Einladung zur Ratssitzung der Gemeinde Vahlbruch gestanden. Darunter die Einrichtung eines eigenen Bürgerbüros und die Aussprache zur Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Besonderes Gewicht hatte jedoch der Tagesordnungspunkt zehn: die Aussprache zur geplanten Trassenführung Suedlink im Rahmen der Energiewende. Am Ende sprachen sich alle Ratsmitglieder eindeutig gegen eine Trassenführung über die Ottensteiner Hochebene aus.

veröffentlicht am 22.04.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 13:46 Uhr

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Die Suedlink-Trassenführung des Übertragungsnetzbetreibers Tennet ist das bedeutendste Infrastrukturprojekt der Energiewende und wird weithin als deren Hauptschlagader bezeichnet. 90 Meter hohe Strommasten mit 70 Meter Spannweite sollen gigantische Mengen Strom von der Küste bis in den Süden der Republik transportieren.

Doch nicht auf direktem Weg. Hinter Hildesheim schwenkt der Planungskorridor nahezu rechtwinklig nach Westen ab und führt dann durch den Landkreis Holzminden, über die Ottensteiner Hochebene in Richtung Süden. Das verstehen (nicht nur) die Vahlbrucher Ratsmitglieder nicht.

„Ich verstehe nicht, warum man uns so etwas vor die Nase setzt“, sagte Bürgermeister Heinrich Ostermann. Es bestehe bereits eine 380-KV-Leitung, nun solle parallel dazu noch eine 500 000-Volt-Leitung gebaut werden. Und zu den Masten gebe es auf der Hochebene kaum Alternativen, so einige informierte Ratsmitglieder. Für eine Erdverkabelung käme man dort nicht in die Tiefe, man müsste sprengen. Außerdem sei die Erdverkabelung achtmal so teuer.

Ein Leitungsbau mit Masten würde jedoch oft nicht die Mindestabstände zu den Ortsrändern oder aber anderen Einrichtungen wie Windrädern einhalten. Darüber hinaus schädige so ein Ausbau die Landschaft nachhaltig, sind sich die Ratsmitglieder sicher. „Für jeden Mast müssen extra Baustraßen gebaut werden“, sagte Ostermann. Der Vahlbrucher Bürgermeister bemängelte zudem, dass ausgerechnet die Länder, die immens viel Strom benötigten wie Bayern und Baden-Württemberg, bei der Erzeugung regenerativer Energie deutlich hinterher hinkten.

„Wir brauchen diesen Strom nicht“, meinte Ostermann. Zudem seien auch mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen solcher Leitungen noch nicht abschließend untersucht. Um den Protest gegen die geplante Trassenführung auf eine breitere Basis zu stellen, planen die Vahlbrucher Ratsmitglieder zahlreiche Aktionen. Flugblätter an alle Haushalte, Hinweisschilder an den Ortseingängen und eine große Informationsveranstaltung sollen für Gegenwind gegen die Pläne von Tennet sorgen.

„Denn wenn die Bagger erst einmal da sind, ist es zu spät, warnt Bürgermeister Ostermann. Darüber hinaus soll eine engere Zusammenarbeit mit den Bürgerinitiativen entlang der geplanten Trassenführung, von Bremke bis nach Neumünster in Angriff genommen werden, hieß es bei der Sitzung weiter.jbo

Hochspannungsmasten der Firma Tennet. dpa



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