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Minister formulieren gemeinsames Ziel: Hessen und Niedersachsen wollen Salzfracht der Weser reduzieren

"DieÖkologie darf nicht den Kürzeren ziehen"

Golmbach/Rinteln (fhm). "Die Salzfracht in der Weser soll möglichst nicht erhöht werden, das ist unser gemeinsames Ziel." Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander und sein hessischer Kollege Wilhelm Dietzel haben dieses Ziel als Hauptergebnis ihres gestrigen Gespräches formuliert. Auf dem Hof Sander in Golmbach (Landkreis Holzminden) sprachen die Umweltminister über die von der Firma K+S geplanten Salzeinleitungen in Werra und Weser.

veröffentlicht am 13.02.2007 um 00:00 Uhr

Im Gespräch: Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander

Es gebeökonomische und ökologische Aspekte zu beachten, sagte Sander. "Die Ökologie darf nicht den Kürzeren ziehen", betonte der Umweltminister, der ankündigte, dass man mit allen Anrainern von Weser und Werra sprechen wolle. Zusammen mit seinem hessischen Kollegen will Sander Angler- und Fischereivereine informieren. Das gemeinsame Vorgehen ist auch für den hessischen Umweltminister Dietzel sehr wichtig. "K+S ist nicht nur eine hessische Frage." Deswegen habe er dafür gesorgt, dass es am 15. März in Kassel eine Anhörung des Umweltausschusses mit Betroffenen, Anrainern und Experten geben werde. Auch Niedersachsen werde dabei sein. Dietzel verdeutlichte den aktuellen Sachstand. Im vergangenen Jahr habe das Regierungspräsidium Kassel K+S einen Fragenkatalog geschickt, der sich mit der zukünftigen Entsorgungen der Haldenwässer beschäftigt. Von K+S habe man derzeit nur eine Anfrage, aber noch keinen Bauantrag für eine Pipeline vorliegen. K+S will salzhaltige Haldenwässer aus dem Werk Neuhof-Ellers durch eine 63 Kilometer lange Pipeline zum Werk Werra transportieren und dort in die Werra einleiten. Das Unternehmen müsse nach weiteren technischen Varianten der Entsorgung der Haldenwässer suchen. "Wichtig ist, dass wir alle anderen Möglichkeiten untersuchen", so Dietzel. Die von K+S ausgesprochene Drohung, dass bei Nichtgenehmigung 5000 Kali-Kumpel vor dem hessischen Landtag protestieren würden, sah Dietzel gelassen. Natürlich gehe es auch um Arbeitsplätze, und die wirtschaftlichen Aspekte seien sehr wichtig. Aber er erinnere sich an die Katalysator-Debatte der 80er Jahre, in der damals der Untergang der Automobilindustrie befürchtet wurde. "Das Regierungspräsidium wird die Anträge genau prüfen. Dabei müssen auch die Alternativen für den Umgang mit Haldenwässern in Betracht gezogen werden", so Dietzel. Er werde als Minister direkt keinen Einfluss auf die Genehmigung ausüben. Sander formulierte ein weiteres gemeinsames Ziel: Man wolle nicht nur die Salzfracht verringern, es solle auch der derzeit gültige Grenzwert von 2500 Milligramm pro Liter nach 2012 abgesenkt werden. Bis 2012 gelte die Genehmigung für K+S. Wie man genau in der Angelegenheit weiter verfahren werden, könne man erst dann sagen, wenn der genaue Bauantrag für K+S vorliege. Beide Minister betonten, dass weiter an der Senkung der Salzbelastung von Werra und Weser gearbeitet werden müsse. "Wir werden das gemeinsame Ziel nicht aus den Augen verlieren", so Sander und Dietzel, der zusagte, Niedersachsen über den Fortgang der Planungen sowie die Prüfung von Alternativen zu unterrichten.



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