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IG BAU: Firmen sollen Kurzarbeitergeld nutzen

Die "Waffe" gegen Winterarbeitslosigkeit

Landkreis (rd). Die Indus triegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt hat an die Baubetriebe im Landkreis Schaumburg appelliert, in den kommenden Wochen auf wetterbedingte Entlassungen zu verzichten und stattdessen das Saison-Kurzarbeitergeld zu nutzen.

veröffentlicht am 21.11.2008 um 00:00 Uhr

Werner Giesemann

"Damit die Kollegen auf dem Bau das ganze Jahr hindurch beschäftigt sind, gibt es dieses Kurzarbeitergeld. Es ermöglicht Weiterbeschäftigung im Winter", so Werner Giesemann, Bezirksverbandsvorsitzender der IG BAU Niedersachsen-Mitte. Kann aufgrund fehlender "Winter-Aufträge" nicht gearbeitet werden - sei es, weil das Wetter nicht mitspielt oder weil in den Auftragsbüchern Ebbe herrscht - zahlt die Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter. "Jeder Beschäftigte erhält dann von Dezember bis März ein Ausfallgeld von 60 Prozent des Nettolohns. Bei Arbeitnehmern mit Kindern steigt dieser Betrag sogar auf 67 Prozent", erklärt Giesemann. Gezahlt werde das Saison-Kurzarbeitergeld nicht nur in der Baubranche und im Dachdeckerhandwerk, sondern auch im Garten- und Landschaftsbau. Den Betrieben entstehen - bis auf einen kleinen Beitrag zu den Sozialabgaben - keine zusätzlichen Kosten. Warum es trotzdem immer wieder zu Winterkündigungen komme, ist für Giesemann unverständlich: "Die IG BAU hat lange gekämpft, damit endlich eine Waffe gegen die Winterarbeitslosigkeit geschaffen wird. Leider scheinen einige Unternehmen ihren Waffenschein dafür noch nicht gemacht zu haben. Einige wissen schlicht und einfach nicht, was das Saison-Kurzarbeitergeld bedeutet." Damit schnitten sich die Unternehmen ins eigene Fleisch. "Das Wertvollste, was eine Firma besitzt, sind ihre Mitarbeiter. Wer seine erfahrenen Beschäftigten im Winter auf die Straße setzt, darf sich nicht wundern, wenn sie im Frühling nicht mehr da sind", so Giesemann. Betriebe, die die "Winterbrücke" nutzen wollen, müssen dies vorab der Bundesagentur für Arbeit melden. Das Geld wird dann ab dem Tag der Anmeldung gezahlt - frühestens ab dem ersten Dezember. Ausnahme: Fällt die Arbeit wegen der schlechten Witterung aus, genügt eine Meldung an die Bundesagentur am Ende des Monats. Giesemann forderte die betreffenden Unternehmer im Landkreis Schaumburg auf, sichüber das Saison-Kurzarbeitergeld zu informieren - entweder bei der IG BAU Niedersachsen-Mitte oder auch telefonisch bei der Bundesagentur für Arbeit unter der Service-Rufnummer (01801) 66 44 66.

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