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Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden proben Zusammenarbeit ohne Grenzen

Die Vier an der Weser – irgendwann eins?

Weserbergland (ni/TT). Seit der Bildung der Region Hannover träumen die einen von der Schaffung einer großen Einheit im Weserbergland – andere wiederum wehren sich schon allein bei diesem theoretischen Gedanken. In vielen Gedankenspielen werden immer wieder die vier Kreise Nienburg, Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden im Zusammenhang mit einer Fusion genannt. Eine Fusion gleich aller vier Landkreise scheint utopisch, doch zwischen Hameln-Pyrmont und Holzminden gab es immer wieder zarte Versuche einer Annäherung. Richtig durchringen konnte sich bislang niemand.

veröffentlicht am 09.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2009 um 14:22 Uhr

Die Vier an der Weser – irgendwann eins?

In der „Regionalen Entwicklungskooperation“ (REK) praktizieren die vier Landkreise bereits die grenzübergreifende Zusammenarbeit. In dem vom Land Niedersachsen geförderten Projekt „Umbau statt Zuwachs“ sitzen die vier ebenfalls an einem Tisch, um unter der Federführung von Holzminden neue Strategien und Handlungskonzepte für die wirtschaftliche und städtebauliche Entwicklung sowie für die Sicherung der Daseinsvorsorge vor dem Hintergrund des demografischen Wandels zu erarbeiten. Bei der Vorstellung des Projektes durch das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat Walter Waske als Landrat des vom Bevölkerungsrückgang am stärksten betroffenen Landkreises Holzminden erstmals öffentlich Bereitschaft zur Fusion mit einem Nachbarlandkreis signalisiert. Als mögliche Partner nannte er Hameln-Pyrmont, Hildesheim oder Northeim.

Landrat Rüdiger Butte, der als Sprecher der REK ebenfalls an dem Termin in Hannover teilgenommen hat, deutet Waskes Vorstoß als einen „Paradigmenwechsel“ in der Holzmindener Kommunalpolitik. Und auch als Bestätigung für seine Überzeugung, dass die Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit angesichts des prognostizierten Bevölkerungsrückganges „keine Frage des Wollens, sondern eine der Notwendigkeiten ist“. Bereits vor geraumer Zeit hatte Butte dem Landkreis Holzminden ein Gesprächsangebot unterbreitet, gemeinsam über weitere Möglichkeiten nachzudenken, „Verwaltung zu zentralisieren und dabei Dienstleistungen so bürgernah wie möglich zur organisieren“. Der Landkreis Hameln-Pyrmont, so Butte, „steht jetzt in Warteposition“. Er gehe davon aus, dass Holzminden auf die Einladung zum Dialog antworten werde.

Aus Holzminden war gestern von Waske zu hören: „In den nächsten drei Jahren müssen wir klären, wie die Zukunft des Landkreises Holzminden aussehen soll.“ Kreisinterne Fusionsprozesse der Kommunen seien mit der Fusion der Samtgemeinden Bodenwerder und Polle sowie der Samtgemeinden Stadtoldendorf und Eschershausen erfolgreich umgesetzt worden. Nun gelte „es zu überprüfen, ob der Landkreis Holzminden zukünftig selbstständig bleiben wird oder ob weitere Kooperationen oder Fusionen mit einem oder mehreren der drei Nachbarlandkreise eine bessere Alternative bieten.“

Auch der Northeimer Landrat Michael Wickmann (SPD) hat gestern gegenüber der „Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen“ in Sachen Landkreisfusion Gesprächsbereitschaft signalisiert. „Ich will gerne den Ball von Walter Waske aufgreifen“, sagte Wickmann.

Vier Landkreise, vier Köpfe – bringen die Kreise an der Weser die Kraft auf, eine Region zu bilden?

Grafik: Dana

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