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Transforma Syndikat GmbH und AdU stellen das erste Weserbergland-Wirtschaftsbarometer vor

Die Unternehmer sind verhalten optimistisch

Weserbergland (TT). "Was ist eigentlich der Aufschwung?" Mit dieser Frageüberraschte Thomas Mahrenholtz seine Zuhörer, als er das "Regio-Wirtschaftsbarometer 2007" für das Weserbergland vorstellte. Verblüffend auch die Wikipedia-Erklärung: "Der (Felg)aufschwung wird am Stufenbarren oder Reck geturnt. Beide Hände liegen auf Hüftbreite an der Stange. Man stößt sich mit beiden Füßen vom Boden ab, lässt die Arme angewinkelt und zieht sich in einer Art Rückwärtssalto in den Stütz." Der Geschäftsführer der Hamelner Transforma Syndikat GmbH - die das erste Wirtschaftsbarometer erstellt hat - übersetzt dieses Gesetz aus dem Sport gerne in die Wirtschaft:"Das mit dem Aufschwung ist so eine Sache. Wenn ein Unternehmen die Technik beherrscht, geht das mit dem Aufschwung fast wie von selbst. Aber die Firmen im Weserbergland müssen viel dafür arbeiten."

veröffentlicht am 06.12.2007 um 00:00 Uhr

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Mahrenholtz und seine Mitarbeiter haben 80 Unternehmen in Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden und Lippe nach Unternehmensprognosen, Konjunkturaussichten, Wirtschaftserwartungen, Investitionen, Mitarbeiterentwicklung und Hemmnissen befragt. In die laut Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland (AdU) "bislang einmalige Wirtschaftsuntersuchung für unsere Region" sind rund 3000 Daten eingeflossen. Die Kernergebnisse sind: 56 % der Unternehmen beurteilen die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen als "besser" oder "gleich" - 44 % sehen sie schlechter als im Jahr 2006. Die Unternehmen im Weserbergland sind optimistisch, was ihre eigene wirtschaftliche Zukunft angeht: 50 % der Firmen sehen ihre eigene Entwicklung im 2008 besser, 40 % gleich und 10 % schlechter als im Jahr 2007. 26 % aller Unternehmen glauben an eine Belebung ihrer eigenen Branchenkonjunktur im nächsten Jahr. Das eigene Unternehmen wird in aller Regel also besser eingeschätzt als die jeweilige Branche. 41 % der Unternehmer beurteilen die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für 2007 schlechter als in den letzten fünf Jahren. 38 % halten sie für besser. Interessant: In Schaumburg ist man deutlich positiver als in Holzminden. 40 % der Unternehmer sehen die Branchenkonjunktur in den kommenden fünf Jahren positiver als in 2007. 30 % sehen sie schlechter. Als Faktoren, die die Entwicklung der Geschäfte hemmen könnten, nannten 50 % der Unternehmer den Preiskampf und harten Wettbewerb, 25 % Probleme bei Personalbeschaffung und Personalqualität. Der Standort wurde nur von 10 % genannt. Interessant: Gesetzliche Restriktionen und die Steuergesetze rangieren unter 5 % Sonstiges. Vor allem die Möbelbranche spricht von einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation. Die Baubranche spricht von einer fundamentalen Depression. Dienstleistungsbetriebe leiden unter Preisdruck. 70 % aller Unternehmen planen für 2008 Investitionen - 34 % planen Investitionen von mehr als 500 000 Euro. 52,5 % wollen in Maschinen investieren. 38 % der Firmen planen, für 2008 neue Mitarbeiter einzustellen. Zu 84 % handelt es sich um Stellen mit höherer Qualifikation. 15 % der Firmen gehen davon aus, dass sie ihre neuen Stellen nicht adäquat besetzen können, weitere 63 % rechnen dabei zumindest mit Problemen. Bei der Personalsuche versuchen es 47 % der Unternehmen auf eigene Faust, 28 % nutzen den Service der Arbeitsagentur, 17 % verlassen sich lieber auf Personalberater. Mahrenholtz sieht die Ergebnisse mit gemischten Gefühlen: "Die Mehrzahl der Unternehmen sieht die eigene Zukunft positiv. 70 Prozent wollen investieren, 38 Prozent neue Mitarbeiter einstellen. Aber der Druck, der auf den Unternehmen lastet, wird durch den Aufschwung nicht weggenommen. Für den wirtschaftlichen Erfolg der Weserbergland-Region geht nichts von alleine, die Firmen müssen weiter kämpfen." Der TSFG-Chef beruft sich auch auf den ersten Bericht des "Club of Rome" von 1972, in dem Grenzen des Wachstums aufgezeigt wurden. Vorhersagen wie die zum Konflikt zwischen den Menschen der Nord- und der Süd-Halbkugel um Energie, Wasser und andere Ressourcen oder den schmelzenden Know-How-Vorsprung der westlichen Industrienationen sieht Mahrenholtz bestätigt. Auch im Weserbergland gebe es infolgedessen immer wieder Firmenabwanderungen gen Osten.



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