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HMT präsentiert Rekordzahlen: 3500 Gästeführungen – 83 000 Teilnehmer

Die Touristen kamen in Scharen

Hameln (CK). Rekord im Jubiläumsjahr: Erstmals verzeichnet die Hameln Marketing und Tourismus GmbH (HMT) zum Jahresende über 3500 Gästeführungen mit insgesamt 83 000 Teilnehmern. „Das ist das beste Ergebnis überhaupt“, bilanziert HMT- Geschäftsführer Harald Wanger stolz. Gründe für die Entwicklung sind nach Wangers Worten zum einen die große Resonanz auf das Jubiläumsjahr, das sich nicht nur in Spezialangeboten wie „Henker, Hexen und Halunken“ (allein 199 Gruppen) oder dem dunklen Rattenfänger („Der verführte Verführer“) bemerkbar machte. Auch die traditionelle einstündige Führung durch Hamelns Altstadt war mit 1730 Gruppen in deutscher und zahlreichen anderen Sprachen – von Englisch über Französisch oder Portugiesisch bis hin zu Litauisch – ein Renner.

veröffentlicht am 30.12.2009 um 10:03 Uhr

„Hameln war dieses Jahr einfach im Gespräch“, so der HMT-Chef. Die besten Monate waren Mai bis September, wobei es einen „sensationellen“ August gegeben habe. Und selbst der November ist nach Wangers Worten noch „toll gelaufen“. Insgesamt hat die HMT mit ihren Gästeführungen, deren Kosten von 42 bis 190 Euro je Gruppe betragen, etwa 150 000 Euro umgesetzt. Die Preise wurden stabil gehalten.

Besonders die Themenführungen werden nach Auskunft der Gästeführerinnen Doris Müller und Elisabeth Centner gern gebucht, und zwar vielfach auch von Hamelnern. „Dadurch erschließen sich den Bewohnern der Stadt Sachen, die sie noch gar nicht kannten“, hat etwa Doris Müller beobachtet. Ob Konfirmation oder Weihnachtsfeier – eine Themenführung durch Hameln („immer unterhaltsam, aber immer auch real“) ist ein beliebter Programmpunkt, weiß auch Elisabeth Centner, die als eine von drei Sprechern des runden Tisches der 70 Gästeführer fungiert. Die „Guides“ kommen an jedem ersten Freitag im Monat zusammen – zum näheren Kennenlernen, zum Erfahrungsaustausch, aber auch zur Fortbildung. „Ich führe oft Frauengruppen, und das ist keine einseitige Kommunikation“, sagt Centner, „etliche Teilnehmer können selbst Anekdoten beitragen. Die Themen gehen nicht aus.“

Kritik an den Stadtführungen kommt nach Auskunft der Stadtführer, die als Selbstständige für die HMT arbeiten, praktisch nie vor, stattdessen gibt’s viel Lob, mündlich, per E-Mail, per Anruf. „Das läuft alles viel besser als erwartet“, freut sich Wanger. Das liege auch am Konzept: „Die Leute haben Freizeit und keinen Unterricht. Die möchten unterhalten und nicht belehrt werden.“ Aber die HMT müsse sehr flexibel sein, zumal sich die Nachfrage rasant verändere. Für die Gästeführer – sie haben jeweils eine einjährige Ausbildung absolviert – offenbar kein Problem. „Wenn ein Busfahrer anruft und fragt, ob er in den nächsten Stunden noch eine Führung buchen kann, dann kriegen wir das eigentlich immer hin“, versichern Doris Müller und Elisabeth Centner.

Die bei den Hamelnern durchaus nicht unumstrittene Fußgängerzone und ihre geplante Erneuerung macht den Gästeführerinnen übrigens nicht zu schaffen. „Die Besucher schauen auf die schönen Häuser und loben den ihrer Meinung nach schönen Blumenschmuck in der Stadt. Über die Pflasterung oder Bänke hat sich noch nie jemand aufgeregt.“ Und wenn die Bauarbeiten im nächsten Jahr beginnen? „Für uns kein Hindernis. Dann weichen wir auf andere Routen aus, wie wir das beim Bau der Erlebniswelt Renaissance, der Stadtgalerie oder der Stadtsparkasse auch gemacht haben. Und erklären den Gästen, dass wir es schön haben möchten und deshalb da und dort schon mal ein Bagger stehen kann.“ Was nicht nur die beiden Fachfrauen bedauern: Aufgrund der Ebbe im städtischen und damit auch HMT-Haushalt ist derzeit kein neuer Dress drin für die Gästeführer. „Dabei gehört doch die Optik dazu und ist auch ein Zeichen für Kompetenz.“ Das sieht Wanger auch so, er weiß aber angesichts der Tatsache, dass die HMT im kommenden Jahr wohl mit 70 000 Euro weniger auskommen muss, keine Lösung für das Kleiderproblem seiner „Botschafter der Stadt“.

So oder so rechnet Wanger nicht damit, 2010 wieder ein so stolzes Ergebnis zu erreichen – schließlich gibt es nicht jedes Jahr eine Jubiläumskonjunktur. Aber dass die HMT „nicht in Selbstgefälligkeit zurückfällt“, das garantiert ihr Chef. Schon sind neue Themenführungen in Vorbereitung, darunter eine mit dem Hamelner „Türmer“. Er wird von verschiedenen Darstellern gespielt und soll unter anderem dazu beitragen, auch Bereiche wie Ritter- oder Emmernstraße zu beleben. Auch eine spezielle Kirchenführung wird derzeit erarbeitet.



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