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Die Ernte hat zwei Wochen früher begonnen

Die süßen Früchtchen erleben ihr großes Jahr

Vehlen. Eine riesige rote Erdbeere lenkt gleich an der Ortsausfahrt von Vehlen in Richtung Bückeburg die Blicke auf sich. Seit Dienstag lädt hier der Obst- und Gemüseanbauer Steege aus Algesdorf zum Selberpflücken der aromatischen Feldfrüchte ein. Auf der etwa zwei Hektar großen Fläche sind verschiedene Sorten angepflanzt worden, die nacheinander reif werden.

veröffentlicht am 02.06.2007 um 00:00 Uhr

Anja Prösler aus Rusbend füllt den Eimer für ihren Mann, der dar

Autor:

Siegfried Klein

Seitüber einem Jahrzehnt hat Steege in Vehlen Acker ausschließlich zu dem Zweck gepachtet, Erdbeerfelder anzulegen. Im ersten Jahr tragen die Pflanzen noch nicht. Darauf folgen zwei ertragreiche Jahre, bevor hier wieder eine andere Feldfrucht ausgesät wird. Das könnte Weizen oder auch Gerste sein. "Mit dem Erdbeerfeld ziehen wir dann ein Stück weiter, dahinter sehen Sie schon die einjährigen Pflanzen", erklärt Horst Kunstmann, einer vom Algesdorfer Mitarbeiterteam. Wenn er morgens gegen 8 Uhr auf dem Feld eintrifft, wartet schon eine Schlange von Frühaufstehern mit Eimern und anderen Gefäßen auf den Startschuss. "Es hat sich schnell herumgesprochen, dass wir in diesem Jahr zwei Wochen eher dran sind", berichtet sein Kollege Michael Dudek. Der angeblich wärmste April seit hundert Jahren hat das Wachstum und die Blüte beschleunigt. "Da sind täglich Frauen dabei, die füllen schnell ihre Eimer, fahren nach Hause und haben mittags schon ihre Früchte zur Marmelade verarbeitet", weiß Horst Kunstmann zu berichten. "Das trifft bestimmt nicht auf uns zu!", rufen zwei junge Frauen beim Weggehen nach. "Wir belegen jetzt einen Tortenboden, essen einen Becher Erdbeeren mit Vanilleeis oder mit Vanillepudding, und den Rest gibt es am nächsten Morgen zum Müsli." "Das mit dem Eis oder Pudding lasse ich lieber sein, ich nehme lieber kalorienarmes Zitroneneis", ergänzte eine Pflückerin, die offensichtlich auf ihr Gewicht zu achten hat. Solche Probleme hat Horst Kunstmann nicht. Dass er in den nächsten Wochen irgendwann einmal der Erdbeeren überdrüssig werden könnte - das glaubt er nicht. "Die schmecken schon am frühen Morgen zum Frühstücksbrot, und daran ändert sich bestimmt nichts", ist er sich sicher. Und dann verweist er auf die vielen guten Seiten der leuchtendroten Feldfrucht. In einem Prospekt, den er den Käufern mit auf den Weg gibt, wird auf den besonderen Nährstoffreichtum der Erdbeeren hingewiesen. Sie enthalten Phosphor zum Aufbau von Knochen und Zähnen, Kalium für die Regulierung des Wasserhaushaltes, Magnesium für die Muskeln und außerdem Zink, Kupfer und Mangan. Und nicht zu vergessen: Ihr Gehalt an Vitamin C soll höher als der von Zitronen und Orangen sein! Anja Prösler aus Rusbend weiß das auch, aber sie pflückt die gesunden Früchte dennoch nicht in erster Linie für den baldigen Verzehr. Ihr Ehemann produziert damit nach einer eigenen Rezeptur einen aromatischen Fruchtwein. "Der schmeckt nicht nur in der warmen Jahreszeit, sondern auch noch später", betonte sie. In diesem Jahr habe der Vorrat leider nicht ausgereicht bis zur nächsten Ernte. "Das wollen sie jetzt besser machen und freuen uns auf die nächste größere Produktion", sagte sie.

Das schmeckt: Silvana Bentin hilft ihrer Mutter beim Pflücken.
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