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Hunderte starten nun beruflich durch / Gute Karten für die Bewerber / "Die Chance, Großes zu tun"

Die Stadt-Galerie ist ihr neuer Arbeitsplatz

Hameln (mafi). Jetzt wird es ernst: Für viele Arbeitnehmer beginnt am 1. März der erste Arbeitsmonat in der "Stadt Galerie Hameln". In elf Tagenöffnet das riesige Einkaufszentrum des Hamburger Investors ECE seine Türen. Erwartungsfroh wird dann zum Beispiel Daniela Kutzsch bauch (57) die hereinströmende Kundschaft empfangen. Für die Einzelhandelskauffrau, die vor sechs Jahren ihre Anstellung verlor, hat sich ein Traum erfüllt: "Ich hatte nicht gedacht, in meinem Alter noch einen Arbeitsplatz zu finden", erzählt die Klein Berkelerin. Sie wird in einer Herren-Boutique tätig sein.

veröffentlicht am 29.02.2008 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 24.05.2013 um 13:59 Uhr

Zwei Jahre haben zwischen Pferdemarkt und Pfortmühle Bauhandwerker, die überwiegend von weither anreisten, gewerkelt. Jetzt ziehen Verkäufer und Gastronomen in den Komplex ein - und sie sind zu einem sehr großen Teil Einheimische, wie Christina Rasokat von der Arbeitsagentur berichtet: "Die meisten Bewerbungen für die Stellen im ECE kamen nach unserer Beobachtung maximal aus Holzminden." Die Arbeitgeber hätten auch bewusst nach Kandidaten aus dem näheren Umfeld Ausschau gehalten. 140 Stellen waren über den Arbeitgeberservice der Arbeits agentur ausgeschrieben, davon 60 als Minijobs auf 400-Euro-Basis. Es sind auch noch immer Stellen frei. Rasokat schätzt, dass zwei Drittel der Jobs im ECE ohne Behördenhilfe an die Frau - seltener an den Mann - gebracht wurden. Die Arbeitsmarktexperten sprechen für Hamelns Einzelhandel von einem "Bewerber markt". Vielfach hätten sich die Arbeitnehmer zwischen mehreren Angeboten entscheiden können. Mariska Kreutzer (34), die sich im November 2007 arbeitslos melden musste, verschickte 22 Bewerbungen an ECE-Mieter - und hatte nach vielen Vorstellungsgesprächen am Ende die Wahl zwischen drei Arbeitplätzen. Von einer "phänomenalen Resonanz" spricht die Fischbeckerin. Ab dem 3. März leitet sie die Filiale von "Marc Picard". Dann wird sie zum ersten Mal ihren Arbeitsplatz in Augenschein nehmen. Ihre drei Mitarbeiter lernt sie erst am Tag vorher kennen - bei einem "Meeting" im Museumscafé. Die ECE- Vertreter hatten Hameln bis zu 800 Jobs bei den knapp 100 Mietern in der Stadtgalerie in Aussicht gestellt. Einige der Stellen gehören zwar zu Geschäften, die samt Personal aus anderen Innenstadt-Straßen in den Konsumtempel umziehen, Rasokat ist dennoch überzeugt, dass unterm Strich ein Beschäftigungsplus für Hameln stehen wird. "Wir gehen davon aus, dass sich die freiwerdenden Läden in der Stadt bald wieder füllen." Im ECE hätten sich wie Daniela Kutzsch bauchöfters ältere Bewerber gegen jüngere durchgesetzt. "Manche Geschäftsinhaber entscheiden sich für diese Kräfte, um sich ihrer Kundschaft anzu pas sen", erläutert Rasokat: Ältere Käufer ließen sich gern von älteren erfahrenen Kräften bedienen. Wie viele Menschen am 11. März, dem Eröffnungstag, ihren Arbeitsplatz in der Stadt-Galerie haben werden, kann Center-Managerin An drea Hegenbarth noch nicht sagen. "Diese Statistik machen wir erst später." Nur für ECE kann sie bereits sprechen: "Wir selbst haben 14 Arbeitsplätze in Hameln besetzt." Einen davon mit Marion Feuerhake. Die 48- jährige Einzelhandelskauffrau, die fünf Jahre zu Hause war und zwei ältere Kinder hat, wird im Wechsel mit zwei Kolleginnen den Informationsstand des Einkaufszentrums betreuen. Sie sieht sich dabei nicht nur als Wegweiserin innerhalb des Hauses: Die ausgebildete Stadtführerin kann Touristen auchmit fachkundigen Tipps zu den Sehenswürdigkeiten Hamelns dienen. Schwierig sei es für manche Teilzeitkräfte - zumeist seien es Frauen -, die Versorgung ihrer Kinder sicherzustellen, sagt Rasokat. Sie bedauert es, dass in der Stadt-Galerie keine Betreuung von Mitarbeiterkindern vorgesehen ist. "Was für die Kundschaft ermöglicht wird, hätte auch für die Beschäftigten Sinn ge macht." Die langeÖffnungszeit bis teilweise 21 Uhr - auch samstags - stelle hohe Anforderungen an die Beschäftigten, ihr Familienleben zu organisieren; manche Frau sei deshalb von einer Bewerbung wieder abgesprungen. Bereits Erfahrung mit der Arbeit in der Stadtgalerie kann Sörn (NAME KORREKT!) Rehberg (25) vorweisen. Der Elektroinstallateur ist einer von vier Haustechnikern. Bis Dezember war er in der Industrie tätig, seit dem 1. Februar gehört er zum ECE-Team. Die Stellenanzeige in der Dewezet hatte ihn bewogen, sich zu bewerben: "Das ist eine interessante, breit gefächerte Aufgabe." Schließlich stecke viel Technik in diesem gigantischen Haus. "Ich habe die Chance bekommen, selbstständig zu arbeiten,etwas Großes zu tun", sagt der Kirchohsener. Im Gegensatz zu vielen Angestellten der Geschäfte in der Stadt-Galerie weiß Rehberg bereits: "Unser Team harmoniert, und wir haben viel Spaß bei der Arbeit." Dem könne auch der Einzugsstress nichts anhaben. Rehberg: "Das ist wirklich eine aufregendeZeit!" Fakten: Besonders die Frauen undÄlteren profitieren Die Frauen und dieÄlteren unter den Arbeitslosen im Landkreis HamelnPyrmont profitieren derzeit überdurchschnittlich von der Entwicklung des Arbeitsmarktes: Um 15,9 Prozentpunkte hat sich binnen eines Jahres die Zahl der Frauen verringert, die über die Arbeitsverwaltung einen Job suchen, um 18,8 Punkte die der Über-55-Jährigen; durchschnittlich ging die Arbeitslosigkeit zwischen Februar 2007 und Februar 2008 um 14,3 Prozentpunkte zurück. Die Arbeitsmarktexperten führen diese Entwicklung einerseits auf die steigende Nachfrage nach Beschäftigten im Einzelhandel und im Gesundheitssektor zurück, andererseits auf die Erkenntnis vieler Arbeitgeber, dass ältere Arbeitnehmer oft besondere fachliche Qualitäten mitbringen. Die Leiterin der Arbeitsagentur Hameln, Ursula Rose, spricht von der besten Februar-Entwicklung in ihrem Bezirk seit 13 Jahren. Der Arbeitsmarkt habe vom milden Winterwetter profitiert, in vielen Außengewerken sei durchgearbeitet worden. Zudem sei das 2006 eingeführte Saison- Kurzarbeitergeld, das vorübergehende Entlassungen vermeiden soll, noch besser von den Baubetrieben angenommen worden. Hinzu komme die unverändert gute Konjunktur. Das Plus von landkreisweit 388 gemeldeten offenen Stellen im Februar - 23,2 Prozent mehr als im Januar - führt Rose unter anderem auf die anstehende Eröffnung der Stadt- Galerie Hameln zurück. Der "Zugang in Arbeits losigkeit" ist innerhalb von vier Wochen um 10,7 Prozent gesunken. Die Zahl der "Abgänger" stieg um 17,7 Prozent. Ein möglicher "Stadt- Galerie-Effekt" dürfte sich - wenn vorhanden - erst in der März- Statistik richtig niederschlagen. Denn die meisten der abgeschlossenen Arbeitsverträge laufen ab jenem Monat, bislang arbeitslose Mitarbeiter werden bis dahin noch bei der Arbeitsagentur geführt. In der Gruppe der Jugendlichen unter 20 Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit in Hameln- Pyrmont im Vergleich zum Januar um 4,3 Prozent erhöht. Roses Erklärung dafür: "In verschiedenen Ausbildungsberufen wurden nach durchlaufener Ausbildung Abschlussprüfungen durchgeführt. Da Übernahmen nicht immer erfolgen, kommt es regelmäßig zu einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit bei den Betroffenen." mafi Fakten Die Frauen und dieÄlteren unter den Arbeitslosen im Landkreis HamelnPyrmont profitieren derzeit überdurchschnittlich von der Entwicklung des Arbeitsmarktes: Um 15,9 Prozentpunkte hat sich binnen eines Jahres die Zahl der Frauen verringert, die über die Arbeitsverwaltung einen Job suchen, um 18,8 Punkte die der Über-55-Jährigen; durchschnittlich ging die Arbeitslosigkeit zwischen Februar 2007 und Februar 2008 um 14,3 Prozentpunkte zurück. Die Arbeitsmarktexperten führen diese Entwicklung einerseits auf die steigende Nachfrage nach Beschäftigten im Einzelhandel und im Gesundheitssektor zurück, andererseits auf die Erkenntnis vieler Arbeitgeber, dass ältere Arbeitnehmer oft besondere fachliche Qualitäten mitbringen. Die Leiterin der Arbeitsagentur Hameln, Ursula Rose, spricht von der besten Februar-Entwicklung in ihrem Bezirk seit 13 Jahren. Der Arbeitsmarkt habe vom milden Winterwetter profitiert, in vielen Außengewerken sei durchgearbeitet worden. Zudem sei das 2006 eingeführte Saison Kurzarbeitergeld, das vorübergehende Entlassungen vermeiden soll, noch besser von den Baubetrieben angenommen worden. Hinzu komme die unverändert gute Konjunktur. Das Plus von landkreisweit 388 gemeldeten offenen Stellen im Februar - 23,2 Prozent mehr als im Januar - führt Rose unter anderem auf die anstehende Eröffnung der Stadt Galerie Hameln zurück. Der "Zugang in Arbeits losigkeit" ist innerhalb von vier Wochen um 10,7 Prozent gesunken. Die Zahl der "Abgänger" stieg um 17,7 Prozent. Ein möglicher "Stadt- Galerie-Effekt" dürfte sich - wenn vorhanden - erst in der März Statistik richtig niederschlagen. Denn die meisten der abgeschlossenen Arbeitsverträge laufen ab jenem Monat, bislang arbeitslose Mitarbeiter werden bis dahin noch bei der Arbeitsagentur geführt. In der Gruppe der Jugendlichen unter 20 Jahren hat sich die Arbeitslosigkeit in Hameln- Pyrmont im Vergleich zum Januar um 4,3 Prozent erhöht. Roses Erklärung dafür: "In verschiedenen Ausbildungsberufen wurden nach durchlaufener Ausbildung Abschlussprüfungen durchgeführt. Da Übernahmen nicht immer erfolgen, kommt es regelmäßig zu einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit bei den Betroffenen." mafi



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