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Der Kulturträger wird zum teuren Zuschussgeschäft / Spendeneinnahmen 2007: Ganze 200 Euro

"Die Stadtbücherei ist nicht verhandelbar"

Obernkirchen (rnk). Trotz aller Bemühungen: Das Spendenaufkommen für die Stadtbücherei ist dramatisch gesunken, nur noch 200 Euro wurden im letzten Jahr freiwillig für den Kulturträger gegeben. Im Ausschuss für Partnerschaft und Kultur wurde jetzt grundsätzlich über die Bücherei diskutiert. Schließen möchte sie niemand, aber Fragen gibt es angesichts des Defizits und der prekären finanziellen Lage der Stadt genug.

veröffentlicht am 14.02.2008 um 00:00 Uhr

Schließen möchte die Bücherei niemand, aber ihre wirtschaftliche

5240 Besucher in der Bücherei und an den diversen Aktionsständen: Dass hier nicht mehr als 200 Euro an Spenden eingesammelt werden konnten, wollte vor allem Horst Sassenberg (CDU) nicht einleuchten: "Das ist doch nichts." Denn damit gerät (erneut) ein diffiziles Gebilde aus der Balance, das der Rat 1998 zusammengestellt hat: Die Bücherei wird ehrenamtlich betrieben, den Ausgaben von damals rund 30 000 Mark sollten Einnahmenüber Spenden und Mitgliederbeiträgen in der gleichen Höhe gegenüberstehen. Die Ausgaben haben die Einnahmen schon längst überholt, aber in diesem Jahr wird das Defizit kleiner, weil der Finanzausschuss beschlossen hat, die jährlichen Sponsoring-Mittel von E.on über 5400 Euro der Bücherei zur Verfügung zu stellen. Insgesamt wurden über die Spenden und die Mitgliedsgebühren 3500 Euro an Einnahmen erzielt.Was also tun? Die Bücherei sei ein wichtiges Kulturgut der Stadt, er persönlich habe kein Problem damit, sie weiter zu unterhalten, hob Martin Schulze-Elvert (CDU) in der Debatte an, aber: "Wir haben eine Kostenstelle, die wir decken müssen." Es sei erschreckend, so Sassenberg, dass sich die wirtschaftliche Lage so "dramatisch" entwickelt hat. Das Thema sollte in den Fraktionen "intensiv beraten" werden. Bürgermeister Oliver Schäfer brachte anschließend die Mittel für das Stadtmarketing ins Gespräch. 30 000 Euro werden jährlich für die Kultur und die Info-Galerie zur Verfügung gestellt: Vielleicht müsse man die Bücherei aus Stadtmarketingsgründen neben die Kultur stellen: "Denn eine Struktur, die wir einmal verlieren, lässt sich nur schwer wieder ins Leben rufen." Mit der Bücherei verfüge man durchaus über ein Instrument, "mit dem wir uns positiv hervortun können". Irmhild Knoche (Grüne) ließ an ihrem Standpunkt keinen Zweifel aufkommen: "Die Stadtbücherei ist nicht verhandelbar." Grundsätzlich gab Sassenberg ihr recht: Die Stadt brauche weiche Standortfaktoren. Er plädierte für eine generelle Übersicht: Der Bürgermeister solle zusammenstellen, wohin überall Geld fließt, welche Vereine wie viel finanzielle Unterstützung erhalten. Als Ziel für die Bücherei gelte, da waren sich am Schluss wieder alle einig: Standort halten, Sponsoren finden. Schulze-Elvert schlug vor, dass sich die Büchereiverantworlichen mit der evangelischen Kirche in Verbindung setzen, um auszuloten, wo es Gemeinsamkeiten mit deren Bücherei gibt, auf denen man miteinander arbeiten könne. Das sei längst geschehen, erwiderte Renate Külb, Leiterin der Stadtbücherei. Die Unterschiede seien groß: In der Gemeindebücherei in der "Roten Schule" sei die Zielgruppe eine völlig andere: Kinder und Jugendliche, Konfirmanden und Schüler. Zum Schluss wurde generell diskutiert: Würde der Stadt ein Profi helfen, ein Stadtmarketingmanager? Auf 400 Euro Basis, schlug Schulze-Elvert vor, Und: mittelfristig. Doch sei die richtige Person da, "kann es auch sehr schnell gehen". Doch großen Hoffnungen wollte sich Schulze-Elvert angesichts der Ausgangssituation nicht hingeben: "Wir brauchen jemanden, dem Herzblut und Engagement wichtiger sind als die Entlohnung." Diese Menschen gebe es nicht wie Sand am Meer, unterstrich Schäfer: Jemand, der Ideen heranholt, der Events aufbaut, Kontakte knüpft und auch Gewerbetreibende berät. Wie Büchereileiterin Külb im Ausschuss erklärte, wird der Schwerpunkt in der Stadtbücherei in diesem Jahr auf die Freizeit gelegt. Die Veranstaltungsreihe "Kreativ-Lust" werde fortgeführt.

Frisch saniertes Schmuckstück, aber teuer in der Unterhaltung: d
  • Frisch saniertes Schmuckstück, aber teuer in der Unterhaltung: die Stadtbücherei am Marktplatz.


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