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Eigenbedarf nicht mehr "unbedingt" gegeben / Sanierungsbedarf / Verkauf auf drei Monate beschränkt

Die Stadt will die Hof-Apotheke verkaufen

Bückeburg. Die Stadt will die Hof-Apotheke verkaufen. Entsprechende Informationen unserer Zeitung bestätigte Bürgermeister Reiner Brombach auf Anfrage unserer Zeitung. Ein entsprechender Beschluss sei in der jüngsten, nicht öffentlichen Sitzung des Verwaltungsausschusses gefasst worden. Zum Abstimmungsverhalten wollte sich Brombach nicht äußern. Nach Informationen unserer Zeitung soll sich aber vor allem die Mehrheitsgruppe von CDU und Bürgern für Bückeburg für einen Verkauf stark machen.

veröffentlicht am 21.06.2006 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 14:43 Uhr

Seit 1988 im städtischen Besitz: Jetzt sucht die Stadt einen Käu
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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Zu den im Ausschuss diskutierten Verkaufsgründen sagte Brombach, dass die Stadt nicht mehr "unbedingt" den Eigenbedarf sehe und sich von Immobilien trenne, die sie nicht mehr brauche. So stehe zum Beispiel seit längerem auch das Stadthaus II in unmittelbarer Nähe zur Hof-Apotheke zum Verkauf. Bereits 2001 habe sich die Stadt Gedanken über den Verkauf des Gebäudes gemacht. Die damalige Mehrheit, aber auch er hätten sich aber dafür ausgesprochen, das "Tafelsilber" zu behalten, so Brombach weiter. Die Auffassung der Stadt habe sich jetzt gewandelt. Die Gründe sind wohl vor allem auch darin zu sehen, dass die Stadt in dem Gebäude - trotz erfolgter Millioneninvestitionen in den vergangenen Jahren - weiter erheblichen Sanierungsbedarf sieht. So müssten Küche, Toilettenanlagen und Kühlräume der Gaststätte saniert und erneuert werden. Außerdem soll die alte Touristinfo der Gaststätte angegliedert werden. Errechneter Investitionsbedarf laut Brombach: gut 300 000 Euro. Nach Informationen unserer Zeitung soll dieser Betrag sogar beiüber 350 000 Euro liegen - Geld, das die Stadt derzeit nicht hat. Daher sei beschlossen worden, das Gebäude zu einem akzeptablen Preis zu verkaufen, so Brombach. Zunächst gelte das Verkaufsangebot ein Viertel Jahr lang. Wenn sich in dieser Zeit kein Käufer finde, müsse die Stadt die Sanierung selbst in die Hand nehmen, da Handlungsbedarf bestehe, sagte der Bürgermeister. Am 10. September sind übrigens Kommunalwahlen. Sollte der Verkauf erfolgen, sollen das Amt für Jugend, Soziales und Sport sowie das Stadtarchiv in den Obergeschossen des Gebäudes bleiben. Die Stadt würde die Räumlichkeiten dann vom künftigen Besitzer mieten, sagte Brombach. Ob sich in diesen drei Monaten ein Käufer findet, der einen "akzeptablen" Preis bereit ist zu zahlen, ist mehrals fraglich - zumal die Stadt den Verkauf nicht gerade offensiv angeht: Lediglich in einer auswärtigen Tageszeitung wurde bisher eine Anzeige geschaltet. Der derzeitige Pächter, Harald Strüwe, lehnte jedenfalls nach Gesprächen mit der Stadt einen Kauf des Gebäudes ab. "Im Prinzip" sei er mit einem Kauf einverstanden, sagte Strüwe gegenüber unserer Zeitung. Man habe sich aber aufgrund unterschiedliche Preisvorstellungen nicht einigen können. Immerhin bestehe ein erheblicher Sanierungsbedarf, der sich natürlich im Kaufpreis niederschlagen müsse. In dem Gespräch kritisierte Strüwe das Verhalten der Stadt als Eigentümerin des Gebäudes. Seit Jahren dränge er auf Sanierung der Toiletten und der Kühlräume. Die Mängel seien hinlänglich bekannt, ohne dass etwas geschehen sei. Auch mit der Erweiterung und Hinzunahme der alten Touristinfo sei er einverstanden gewesen. Allerdings seien auch hier seitens der Stadt "deutlich überhöhte" Pachtvorstellungen geäußert worden. Strüwe: "Das ganze ist ein Politikum."

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