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Bauschäden allerorten - nach jahrelangem Rechtsstreit hat die Sanierung des Tierheims begonnen

Die schlimmsten Befürchtungen bestätigen sich

Bückeburg (rc). Sieben Jahre haben sich Tierschutzverein und Stadt Bückeburg bis hoch zum Oberlandesgericht Celle über Schadensersatzforderungen wegen Baumängel und mangelnder Bauaufsicht beim Neubau des Tierheims am Bückeburger Hasengarten gestritten. Schließlich und endlich billigten die Richter den Tierschützern im Jahr 2005 198 000 Euro zu. Nach Abzug von Darlehen, die die Tierschützer noch der Stadt zurückzahlen mussten, stehen noch 150 000 Euro für die Sanierung des Tierheims zur Verfügung. Und damit wurde jetzt im Verlauf der Woche begonnen.

veröffentlicht am 28.10.2006 um 00:00 Uhr

Tierschutz-Chefin Monika Hachmeister zeigt zu Tage geförderte Ba

"Im laufenden Betrieb mit ständiger Umsiedlung von Katzen und Hundenist das eine enorme Belastung für die Tiere, aber natürlich auch für unsere Mitarbeiter und Helfer", stöhnte die Vorsitzende des Tierschutzvereins Bückeburg-Rinteln und Umgebung, Monika Hachmeister, bei einem Ortstermin im Tierheim. Gerade erst hat der Verein die Krise mit einem Virus hinter sich, der die Katzen befallen hatte. Mehrere Wochen war das Tierheim geschlossen, erst seit vergangenem Sonnabend ist der Normalbetrieb wieder angelaufen, werden Katzen und Hunde wieder vermittelt. Die ersten Arbeiten der Handwerker bestätigten jedenfalls die schlimmsten Befürchtungen des Vorstandes und der diversen Gutachter. Nach Freilegen von Fundamenten traten die Bausünden offen zu Tage. Kalksandsteine waren - nur "geschützt" durch einen Bitumenanstrich, aber ohne Isolierung - in die blanke Erde gesetzt worden. Auch horizontale Dämmungen, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit im Mauerwerk zu verhindern, sind nicht DIN-gerecht durchgeführt worden. An den großen Terrassentüren zum Innenhof des Tierheims fehlen ebenfalls Isolierungen. Aufgrund der eingedrungenen Feuchtigkeit sind Sockelleisten verrostet. Der Putz, derjetzt abgeschlagen werden muss, fällt den Bauarbeitern teilweise in großen Placken entgegen. "Überall finden wir Kältebrücken", so einer der Handwerker. Und Monika Hachmeister: "Kein Wunder, dass uns überall Fliesen platzen oder von den Wänden fallen, Türen verrostet sind oder sich an allenEcken und Enden Schimmelpilz breit macht." In dem ersten Sanierungsabschnitt, der rund 100 000 Euro verschlingen wird, wird Bodenplatte und Mauerwerk gegen Feuchtigkeit geschützt. Außerdem müssen die Hundeboxen komplett erneuert werden. Statt der Deckenheizung - Hachmeister: "Noch so ein Fehler. Wer bringt in einem Tierheim eine Deckenheizung an?" - erhält jede Box zum Wohle der Tiere eine Fußbodenheizung. Jede Box wird zudem neu gefliest. Die Fliesen, rund 200 Quadratmeter, sind übrigens eine Spende von Logemann Fliesen Bückeburg. Die Bauleitung und Überwachung hat der Architekt Heino Heine übernommen. Hachmeister: "Er wird jeden Mangel, den wir finden, dokumentieren. Die Gutachten haben sich bisher jedenfalls zu 100 Prozent bestätigt." Ob das Geld reichen wird, ist sich die Vorsitzende nicht so sicher: "Wer weiß, was wir alles noch so entdecken." Wie lange die Sanierung dauern wird, ist derzeit noch nicht abzuschätzen. Die Tiere, vor allem die Katzen, haben sich in den vergangenen Tagen jedenfalls als handwerkerfest erwiesen. Nach Feierabend wuseln die Katzen durch die aufgerissenen Gräben, die Hunde durchwühlen die Sand- und Dreckhaufen. "Was für sie ein Abenteuerspielplatz ist, ist für uns ein Abenteuer." In einem zweiten Abschnitt, der im kommenden Jahr in Angriff genommen werden soll, wird das Tierpflegerhaus saniert. Es weist die gleichen Bauschäden wie Feuchtigkeit und Schimmel an den Wänden auf. Im Tierheim müssen zudem noch Fenster, fast alle Türen, weitere Fliesen im vorderen Bereich sowie Abspritzungen an Kanten und Sockeln durchgeführt werden. Ob das Geld reicht, ist fraglich. Hachmeister: "Schulden werden wir aber auf keinen Fall machen."

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