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Neues Münzkabinett im Landesmuseum / Königliche Sammlung gibt Einblick in die Landesgeschichte

Die Schatzkammer der Hohen Herrschaften

Hannover. Es trägt den Titel „Eine königliche Sammlung“, und es trägt ihn zurecht: Das Münzkabinett im Landesmuseum Hannover dokumentiert, wie sich das Zahlungsmittel zu Kaisers und zu Königs Zeiten rasant entwickelt hat, wie die Obrigkeit sich darauf verewigte und was es wert war.

veröffentlicht am 11.11.2010 um 12:23 Uhr

Das neue Münzkabinett und alte Schätzchen: Das Niedersächsische

Teile des niedersächsischen Münzkabinetts werden seit einigen Tagen im Landesmuseum Hannover präsentiert. Rund 43 000 Objekte haben unter dem Dach des angesehenen Museums eine neue Heimat gefunden. Die wertvollen und außergewöhnlichen Sammlungsstücke stehen für mehrere Jahrhunderte Landesgeschichte und gewähren einen einmaligen Einblick in die Schatzkammer der Könige von Hannover.

Im Mittelpunkt der aktuellen Schau stehen mehr als 100 ausgewählte Stücke aus Mittelalter und Neuzeit. Münzen, Medaillen und Plaketten, Marken und Zeichen, Orden und Ehrenzeichen sowie archäologische Funde stellen das Gros der Sammlung dar. Die geografischen Sammlungsschwerpunkte liegen vor allem in Niedersachsen, Großbritannien und Irland sowie den britischen Kolonien. Dies ist bedingt durch die Personalunion zwischen dem Kurfürstentum und späteren Königreich Hannover und dem Königreich Großbritannien (1714-1837).

Begründet wurde die Sammlung im 17. Jahrhundert durch den Loccumer Abt Gerhard Wolter Molanus. Die früheste schriftliche Erwähnung verdankt Hannover dem Universalgelehrten Gottfried Wilhelm Leibniz. Im Jahr 1745 erwarb Georg II., König von Großbritannien und Kurfürst von Hannover, große Teile der Sammlung. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Königliche Münzkabinett Teil der Königlichen Bibliothek in Hannover. Die Standorte wechselten in der rund 300-jährigen Geschichte häufig. Nach der preußischen Übernahme des Königreichs Hannover im Jahre 1866 ließ Georg V. die Münzsammlung in sein österreichisches Exil überführen. Ab 1934 war sie im Schloss Blankenburg und ab 1945 im Schloss Marienburg untergebracht.

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Wenn heute noch (wie damals) in Afrika und Asien mit Kauri-Schne
  • Wenn heute noch (wie damals) in Afrika und Asien mit Kauri-Schnecken (Cypraea moneta und Cypraea annulus) bezahlt werden würde – man hätte seinen Spaß, solange man weiß, wo man sie findet... Fotos: Landesmuseum Hannover

Im Jahre 1983 erwarb die Deutsche Bank das ehemalige Königliche Münzkabinett. Die Sammlung konnte damit in ihrem Bestand gesichert werden. Sie wurde unter dem Namen Niedersächsisches Münzkabinett der Deutschen Bank in das Gesamtverzeichnis national wertvollen Kulturgutes eingetragen und erstmals wieder in Teilen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dies war nicht zuletzt durch die Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie des Landesmuseums möglich, die von 1984 an die wissenschaftliche Betreuung sicherstellten.

Eine königliche Sammlung: Münzkabinett im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover, Willy-Brandt-Allee 5, Öffnungszeiten dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr, donnerstags bis 19 Uhr

Eingelocht: Der „Holey Dollar“ des Königreichs Hannover für Neu-Süd-Wales / Australien um 1813, Silber.



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