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Neue Ausgabe der "Heimatblätter" dokumentiert die Geschichte der Dorfgaststätten

Die Rieher "haben was auf dem Kerbholz"

Riehe (tes). Der Arbeitskreis Heimatgeschichte im Verein "Glück-Auf Riehe" hat zum sechsten Mal die "Rieher Heimatblätter" herausgebracht. Die aktuelle Ausgabe der Heimatpublikation beschäftigt sich mit den "Rieher Dorfkrügen", dem Thema der letztjährigen "Pumpenfete".

veröffentlicht am 22.01.2007 um 00:00 Uhr

Wilhelm (l.) und Ralf Schröder vom Arbeitskreis Heimatgeschichte

Aufgrund intensiver Recherchen vor Ort, in Archiven sowie dem Aufruf in der Zeitung ist es den Heimatchronisten gelungen, alle noch erhaltenen Daten, Fakten und Bilder zusammen zu tragen. Demnach blicken die drei Rieher Gaststätten auf eine wechselvolle Geschichte zurück. "Aber eines haben sie gemeinsam, sie sind alle einmal abgebrannt", berichtete der Vorsitzende Ralf Schröder. Nur das Gasthaus Fischer existiert heute noch. Was Liebhaber des Gerstensaftes schon lange ahnten, bestätigen die Aufzeichnungen: Bier ist gesund. Zumindest schützte es früher vor Infektionen. Als Braumeister Hans Kinkeldey 1503 sein kräftiges Bier erfand, verfügte dieses nur über einen Alkoholanteil von einem Prozent und diente der Bevölkerung als keimfreies Grundnahrungsmittel - was bei normalem Wasser nicht immer sichergestellt war. Die Dorfkrüge des Amtes Rodenberg mußten das Rodenberger Kinkeldey-Bier ausschenken. Dieses zeichnete sich durch die gold-braune Farbe und lange Haltbarkeit aus. In den umliegenden Ortschaften und über die Amtsgrenzen hinaus wurde es mehr als 250 Jahre lang mit Vorliebe getrunken. Die Krüge fungierten als Alkohol-Lieferanen für die Bevölkerung, denn in den Dörfern war es strengstens verboten, eigenes Bier zu brauen. Die Dorfbewohner holten sich das Bier in Kannen und Krügen nach Hause. Die Redewendung "er hat noch etwas auf dem Kerbholz" stammt aus dieser Zeit. "Es diente dazu, die schuldig gebliebenen Maß Bier auf einem längs gespaltenen Holzstab in zweifacher Ausfertigung (für Krüger und Gast) einzukerben", heißt es in den "Rieher Heimatblättern". Ebenfalls in der neuen Ausgabe enthalten ist ein erst jetzt aufgetauchtes Schulbild von 1956. Zudem gibt es eine Fortsetzung des letztjährigen Themas zur Autobiographie des Nenndorfer Pfarrers Gottlieb Hieronymus Werner Heusinger von Waldegg über seine Jugendzeit auf dem elterlichen Gutshof in Riehe. Nach dem Zeitungsbericht hatte sich dessen letzter Nachfahre, Hochschuldozent Prof. Joachim Heusinger von Waldegg aus Karlsruhe, gemeldet. Daraus resultierte ein Besuch und die Übergabe weiterer Aufzeichnungen aus dem Familienbesitz der letzten Gutsherren in Riehe. Kontakt: Wer mehrüber die Geschichte seines Heimatortes erfahren will und ein Exemplar der "Rieher Heimatblätter" sucht, kann sich bei Wilhelm Schröder unter (05723) 67 84 melden.



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