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Allergiker klagenüber triefende Nasen und geschwollene Augen / Medikamente wirken exakt dort, wo sie sollen

Die Pollensaison dauert fast das ganze Jahrüber an

Auetal (la). Man kann sie nicht riechen, nicht schmecken, nicht fühlen. Aber sie sind da, und zwar früher als üblich - die Pollen, die Allergikern jetzt wieder vermehrt zu schaffen machen. Triefende Nasen, Fließ- oder Stockschnupfen, gerötete Augen oder Bindehautentzündung sind die häufigsten Symptome, mit denen viele Auetaler zurzeit wieder Arztpraxen aufsuchen müssen. Erle und Hasel senden ihre Boten aus, und Tag für Tag kommen neue Verursacher hinzu.

veröffentlicht am 20.03.2008 um 00:00 Uhr

Apotheker Johannes Padberg hilft Allergikern mit wertvollen Tipp

Umgangssprachlich heißt das, was Beschwerden verursacht, Heuschnupfen. Der Körper reagiert auf winzige, eigentlich ungefährliche Partikel, nämlich Pollen, mit einer krankhaften Abwehrreaktion. Ärzte, meist mit allergologischer Erfahrung und/oder mit einer Zusatzausbildung (unter anderem Lungenfachärzte) kennen die Erscheinungsformen und haben sich darauf eingerichtet, dass Patienten inzwischen nahezu ganzjährig zu ihnen kommen. "Die häufigsten Auslöser sind Birke, Erle und Hasel sowie Getreide, aber auch Beifuß macht Probleme", weiß der Apotheker Johannes Padberg. Jede Pflanze, so der Apotheker aus Rehren, hat ihre Blühzeit. "Wenn das Wetter so bleibt wie derzeit, kommt zu Erle und Hasel bald die Birke hinzu", sagt er. Danach folgen Gräser und Getreidesorten und im Frühherbst die Kräuter. Betroffene leiden inzwischen fast das ganze Jahr über. "Wir stellen fest, dass die Saison immer länger wird. Sie beginnt bereits im Dezember und endet erst im Herbst. Die meisten Pollenflugkalender sind inzwischen überholt", weiß der Apotheker. Was aber kann man tun? "Das Immunsystem hat eine Schlüsselrolle in Sachen Allergien", so Padberg. Dies könne trainiert werden. Besonders wichtig sei dabei das Stillen von Babys. Es sei auch festgestellt worden, dass Landkinder über ein besseres Immunsystem verfügen als Stadtkinder. "Zu viel Hygiene kann nämlich dem Aufbau des Immunsystems schaden", so der Apotheker. Langfristig empfehlen Mediziner Allergikern eine Hyposensibilisierung. Dabei wird in der Zeit vor der Blühsaison hochverdünntes Allergen unter die Haut in den Oberarm gespritzt und die Menge kontinuierlich gesteigert bis zur individuell gut verträglichen Höchstdosis. Dann geht es erst im nächsten Jahr weiter. Für Haselallergiker heißt das zum Beispiel Spritzbeginn im September. Manche Praxen bieten einen so genannten Recall-Service an - das bedeutet, sie melden sich bei den Patienten und erinnern ihn, wann die nächste Impfung fällig ist. Wer diesen langwierigen, jahrelangen Prozess scheut, kann durchaus selber auch einiges tun, um die Beschwerden zu lindern. Neben Medikamenten wie Antihistaminika empfiehlt Johannes Padberg Tropfen oder Sprays, teilweise mit Kortison. Eine Kortisonspritze als Depotpräparat in den Muskel hält der Apotheker aber nicht für sinnvoll. "Es gibt Medikamente, die exakt dort wirken, wo sie wirken sollen", so Padberg. Ein Kontakt mit allergisierenden Pollen sollte so weit wie möglich vermieden werden. Tagsüber sollten zu den betreffenden Zeiten Fenster und Türen geschlossen, getragene Kleidung sollte abends gewechselt, Haare sollten gewaschen werden. "Wer in der Stadt wohnt, sollte morgens seine Räume lüften, und wer auf dem Dorf lebt, abends", rät Padberg. Außerdem sollten Allergiker ihre Urlaubszeit und den -ort nach der Pollenflugzeit ausrichten. Besonders wichtig sei es für Allergiker, sich täglich genau über den Pollenflug zu informieren. Dazu gibt es im Internet zahlreiche Adressen (z.B. www.pollenflugstiftung.de ), und in der Rehrener Apotheke erhalten Betroffene ebenfalls Auskunft.



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