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Neue Serie Teil des "Erinnerungsprojekts Schaumburg" / Doppelseite im Wochenendteil

Die Opfer der Nazis stehen im Mittelpunkt

Landkreis (wer/ssr). Mit der heutigen Ausgabe, zum 70. Jahrestag der Pogromnacht am 9. November 1938, startet unsere Zeitung eine Serie, in der die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft im Mittelpunkt stehen. Die Beiträge sind Teil des "Erinnerungsprojektes Schaumburg", das sich auch die Erforschung des Nationalsozialismus auf die Fahnen geschrieben und neue Publikationen zum Thema ausdrücklich eingefordert hat.

veröffentlicht am 08.11.2008 um 00:00 Uhr

Die Deportation von Juden, wahrscheinlich auf dem Bielefelder Ba

Angestoßen worden ist das "Erinnerungsprojekt Schaumburg" im Frühjahr 2007 von dem Wölpinghäuser Künstler Hasso Neumann. Dieser hatte den Vorschlag gemacht, vor der Amtspforte in Stadthagen ein Mahnmal für die Schaumburger Opfer des Nationalsozialismus zu errichten. Der Rat der Stadt sowie der Landkreis griffen diese Initiative auf. Unter Federführung der "Schaumburger Landschaft" wurde eine Projektgruppe eingerichtet, in der neben Vertretern von Kreis und Stadt vor allem Experten sitzen. Als Berater wurde der Berliner Architekt und Stadtplaner Günter Schlusche, früherer Projektleiter des Holocaust-Mahnmals in der Bundeshauptstadt, hinzugezogen. Von der ursprünglichen Idee eines Mahnmals vor der Amtspforte wurde Abstand genommen. Vielmehr entschied die Projektgruppe sich für den Weg, das "Erinnerungsprojekt" als langfristigen Prozess anzulegen. Dabei sollen alle schon existierenden Gedenkstätten sowie zu dem Thema bereits arbeitende Gruppen in einemkreisweiten Gesamtkonzept vernetzt und durch neue Initiativen ergänzt werden. In Stadthagen machte sich der Rat der Stadt das "Erinnerungsprojekt" Anfang 2008 insofern zu eigen, als er die Restaurierung der früheren Synagoge - die seit Jahren als Lagerhalle fungiert - anschob. Hier soll die zentrale Stätte des "Erinnerungsprojektes" entstehen. Umsetzen soll dies ein Förderverein, der am 18. November gegründet werden soll. Die Veröffentlichungsreihe unserer Zeitung beginnt in der heutigen Ausgabe mit einer Themenseite über das Novemberpogrom vor 70 Jahren in Schaumburg ( Seite 36, 37) und wird an gleicher Stelle in den folgenden Sonnabend-Ausgaben fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Beiträge stehen die Opfer der NS-Herrschaft, vor allem die Schaumburger Juden, die von den braunen Machthabern entrechtet, geächtet, vertrieben, verschleppt und ermordet wurden. Einzelporträts ausgewählter Familien wechseln mit thematischen Zugängen wie bei der heutigen Darstellung zur "Kristallnacht". Dem Selbstverständnis des "Erinnerungsprojekts" entsprechend, beschränkt sich die Serie aber nicht auf die Schaumburger Juden, sondern bezieht andere Opfergruppen wie die politisch und religiös Verfolgten ein. Auch die große Opfergruppe der Zwangsarbeiter gerät anhand einzelner Fallbeispiele, der "Vernichtung durch Arbeit" im Steinbruch Steinbergen oder den Todesmärschen 1945 in den Blick. Ebenfalls dargestellt werden soll das Schicksal jener Opfer der NS-Herrschaft, die nach sozialen, wirtschaftlichen, erbbiologischen oder sexuellen Kriterien als Feinde der "Volksgemeinschaft" definiert wurden. Andere Beiträge widmen sich den Mechanismen und Methoden der Verfolgung oder porträtieren die NS-Funktionäre aus Schaumburg, die derzeit Gegenstand eines Forschungsprojektes sind, das im kommenden Jahr mit einer Buchveröffentlichung abgeschlossen werden soll. Als Autoren konnten neben Mitarbeitern dieser Zeitung auch Schaumburger Historiker und intime Kenner der heimischen NS-Geschichte gewonnen werden. Jede Veröffentlichung über die NS-Zeit ist auf historische Quellen angewiesen, auf Dokumente und Fotos. Allzu oft fristen diese ihr Dasein auf privaten Dachböden. Wer Briefe, Memoiren oder Bilder aus der Schaumburger NS-Zeit der Forschung zur Verfügung stellen möchte (gerne auch als Kopie oder Datei),wird gebeten, Kontakt mit der Redaktion aufzunehmen: Schaumburger Zeitung, Klosterstraße 32/33, 31737 Rinteln, (05751) 4000-525, Mail: f.werner@schaumburger-zeitung.de



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