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Saisoneröffnung mit zwei Ausstellungen / Vernissage am morgigen Sonntag / Laufzeit bis 6. Juni

Die Malerstadt Schwalenberg ist erwacht

Schieder-Schwalenberg (jlg). Fast schon untertrieben, Schwalenberg „nur“ als Malerstadt zu bezeichnen. Besser passt: Stadt der Künstler und Künste, denn allein die Malerei ist’s nicht, die in Schwalenberg gleich hinter der niedersächsischen Landesgrenze im Lippischen für Furore sorgt. Aber sie ist’s, die den Kulturreigen 2010 dort eröffnet. Gleich zwei Ausstellungen gibt es zum kulturellen Saisonauftakt: die eine bestückt mit Werken von Albert Hennig, Bauhaus-Künstler der verschollenen Generation; die andere heißt „zwielicht“ und ist eine Sammlung von Arbeiten der Künstlerin Heike Jeschonnek.

veröffentlicht am 22.04.2010 um 16:48 Uhr

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Albert Hennig gehört zu den Vertretern der klassischen Moderne und gilt als einer der letzten Künstler, dessen Werk noch direkt in der Bauhaus-Idee verwurzelt ist. Wie bei so vielen deutschen Künstlern seiner Generation wurde seine Laufbahn zutiefst gestört, er wurde von 1934-1945 als Bauarbeiter zwangsverpflichtet. So zählt Hennig zu den Künstlern der „verschollenen Generation“, die zum Ende der Weimarer Republik ihre Ausbildung meist schon hinter sich hatten und als Künstler schon hervorgetreten waren, dann aber durch den Nationalsozialismus an der Ausübung ihrer Kunst gehindert wurden. Bis zu seinem Tod 1998 entstanden in unerschöpflicher Folge Aquarelle, Pastelle, Monotypien und viele Zeichnungen, immer im kleinen „Hennig-Format“.

Ebenfalls bis zum 6. Juni wird die Ausstellung „zwielicht“ gezeigt. Die Berliner Künstlerin Heike Jeschonnek arbeitet vielschichtig im wahren Sinne des Wortes. Dem Vorgang des Erinnerns gleich, zeichnen die Oberflächen ihrer Arbeiten eine Spurensuche nach. Die Künstlerin schichtet Wachs auf ihren Arbeiten und kratzt Zeichnungen von Figuren, Architekturen oder Landschaften hinein. Die so entstehenden Furchen füllt sie mit Farben, sodass sich die Linien zum Bild fügen. Was zunächst simpel klingt, entwickelt sich mit den einzelnen Schichtungen zu einer filigranen, poetischen, faszinierenden Wirkung. Das Material entwickelt hier seine ganz eigene Gesetzmäßigkeit, die die Sehgewohnheiten des Betrachters in Frage stellt und seine Wahrnehmung ständig in der Ambivalenz zwischen Nähe und Distanz, Schärfe und Unschärfe, Fassbarem und Vergänglichem schweben lässt.

Albert Hennig – Bauhaus-Künstler der verschollenen Generation: Städtische Galerie Schwalenberg, Markstraße 5, Öffnungszeiten dienstags bis samstags 14 bis 17.30 Uhr, sonntags 10 bis 12 und 14 bis 17.30 Uhr, Vernissage am morgigen Sonntag um 16 Uhr

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Heike Jeschonnek – „zwielicht“: Robert Koepke-Haus Schwalenberg, Polhof 1, Öffnungszeiten dienstags bis samstags 14 bis 17.30 Uhr, sonntags 10 bis 12 und 14 bis 17.30 Uhr, Vernissage am morgigen Sonntag um 17 Uhr

„Asien 1“ heißt das von Heike Jeschonnek geschaffene Bild (großes Foto) aus dem Jahr 2008. Hier hat sie Parafin auf Papier gebannt. Das kleine Foto zeigt ein Aquarell von Albert Hennig.

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