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Eintägiger Warnstreik bei Faurecia: 150 Mitarbeiter versammeln sich vorm Werkstor zur Kundgebung

"Die Lichter sind aus - der Unmut ist groß"

Stadthagen (ssr). Beim Stadthäger Autositzhersteller Faurecia haben gestern die Bänder still gestanden. Die IG Metall hatte hier, wie an weiteren ausgesuchten Standorten in Niedersachsen, im Zuge der bundesweiten Tarifauseinandersetzung in der Metall- und Elektroindustrie zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen.

veröffentlicht am 07.11.2008 um 00:00 Uhr

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"Die Lichter sind aus, bei Faurecia funktioniert einen Tag lang nichts", tat Betriebsrat Jürgen Bittner gestern morgen vor dem Werkstor kund. Während die meisten der Mitarbeiter zu Hause geblieben waren, hatten sich vor dem Haupttor rund 150 von ihnen gegen 9 Uhr zu einer Kundgebung versammelt. "Es geht um mehr" war auf zahlreich verteilten rot-weißen Schals zu lesen. "2,1 Prozent ist Provokation, acht Prozent ist neuer Lohn", stand auf Transparenten. Diese Slogans wurden akustisch durch das Schrillen etlicher Trillerpfeifen verstärkt. Die Unternehmen der Metallindustrie hätten in den vergangenen Jahren "horrende Gewinne" eingefahren, rief IG-Metall-Sekretär Thorsten Gröger aus. Davon stehe den Arbeitnehmern nun "ein gerechter Anteil" zu. Die von den Arbeitgebern angebotenen 2,1 Prozent Lohn- und Gehaltserhöhung seien daher "eine Frechheit", skandierte IG-Metall-Bevollmächtigter Uwe Christensen. Die Forderung der Arbeitnehmerseite in Höhe von acht Prozent stehe. Die IG Metall fordere die Arbeitgeber auf, "ein vernünftiges Angebot zu machen, auf dessen Basis man verhandeln kann". Passiere das nicht, so der Gewerkschafter, "werden wir uns ein gutes Ergebnis durch das Kampfmittel des Streiks holen." Christensen weiter zur Stimmung an den Werkbänken der Metallbetriebe: "Der Unmut ist groß." In den vergangenen Wochen gefallene Anmerkungen aus den Reihen der Arbeitgeber, aufgrund der Finanzkrise sei Zurückhaltung bei den Tarifabschlüssen geboten, erregten den besonderen Zorn der Gewerkschafter. "Es war die Profitgier der Manager, die uns im Stile eines Kasino-Kapitalismus an den Rand der Katastrophe geführt haben", rief Gröger, "und nun fordern dieselben Manager auch noch, dass die Arbeitnehmer dafür bluten sollen." Als Gegenmittel zur beginnenden Konjunkturkrise eigne sich mehr Geld in der Lohntüte, ergänzte Bittner. Der Konsum müsse angekurbelt werden, um die Talfahrt der Wirtschaft zu stoppen: "Um mehr kaufen zu können, benötigen die Arbeitnehmer aber mehr Lohn."



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