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Industrie- und Handelskammer legt Studie "Mindener Weg" als Alternative zum Einkaufscenter Domhof-Galerie vor

"Die letzte Möglichkeit für eine Weiterentwicklung"

Minden (mt). Wenn die Mindener Innenstadt auch unter Einzelhandelsaspekten weiter entwickelt werden soll, kommt man um den Abriss des Ende der 1970er-Jahre errichteten Rathauses am Kleinen Domhof nicht herum.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:46 Uhr

Der "Mindener Weg" von Nordwesten aus betrachtet. Rechts, entlan

Das ist eines der Ergebnisse der Studie "Mindener Weg", die eine Alternative zum geplanten Einkaufscenter Domhof-Galerie aufzeigen soll. Gestern legten der private Sponsor der Untersuchung, der Mindener Unternehmer Wolfgang Hohorst (Wago), der Initiator und Mindener Zweigstellenleiter der Industrie- und Handelskammer, Karl-Ernst Hunting, und die Architekten vom Büro Umbaukultur in Bonn, Ines Knye-Neczas und Jens Trautmann, die Studie vor. Während der Erarbeitung des Mindener Weges seien die enormen Probleme klar geworden, mit denen es alle Planer in diesem Bereich zu tun hätten, betonte Hohorst, der unterstrich, dass er keine eigenen Interessen verfolge: "Unser Konzept ist es, die städtebaulichen Vorstellungen zu formulieren und anschließend die Umsetzung mit Investoren zu betreiben." Es sei allen Beteiligten bewusst, dassdie Studie nicht alle Wünsche erfüllen könne. "Wir sind jedoch davon überzeugt, dass sie den meisten Wünschen ein gutes Stück entgegenkommt." Hohorst machte auch deutlich, dass angesichts der Gemengelage um das Einkaufscenter-Projekt Domhof-Galerie des Investors Multi Development es sein könne, dass der Mindener Weg in seiner Gesamtkonzeption die letzte Möglichkeit sei, die Innenstadt planmäßig weiter zu entwickeln. "Der Bürgerentscheid gegen den Rathausabriss rückt in greifbare Nähe. Kommt er durch, ist auch der Mindener Weg erledigt." Denn auch diese Studie macht deutlich, dass eine optimale Innenstadtentwicklung nur unter Opferung des 1978 errichten Rathauses, dem Deilmann-Bau, erfolgen kann. Deshalb bat Hohorst, der zugab, beim Rathausabriss "vom Saulus zum Paulus geworden" zu sein, in Richtung der Bürgerbegehrens-Initiatoren, den Vorschlag Mindener Weg als Konsens-Angebot zu verstehen. Die Studie "Mindener Weg" bezieht neben dem Rathaus-Quartier auch den gesamten Großen Domhof und das zurzeit zur Disposition stehende Postgebäude ein. Durch die Bildung von Baublöcken und Plätzen lehne sie sich an den mittelalterlichen Stadtgrundriss von Minden an, erläuterte Ines Knye-Neczas. Dadurch und durch den Verzicht auf überdachte Shopping-Malls entstehe ein hoher Passantenaustausch mit den in der City ansässigen Einzelhandels- und Dienstleistungsbetrieben. Die Platzkanten würden bei diesen Planungen beibehalten, der Blick auf das Westwerk des Domes durch eine Teilrücknahme der Bauflucht wieder frei gegeben. Für den Einzelhandel sei es wichtig, dass mit dem Entwurf der von Einzelhandelsgutachtern immer wieder geforderte Kundenrundlauf hergestellt werde. Mit 12 500 Quadratmetern Verkaufsfläche einschließlich Postgrundstück bleibe das Projekt zugunsten der bestehenden Einzelhandelslagen in der City deutlich unter der Verkaufsfläche der Domhof-Galerie, die 17 500 Quadratmeter beträgt, betonten Jens Trautmann und Knye-Neczas. Das Rathaus, das sich an die Alte Regierung anschließt, bleibe mit großen Raumanteilen in den unteren Geschossen, habe also eine gute "Bodenhaftung" und damit einen guten Bürgerkontakt. Die vorgesehen Wohnungen und etwaige Büroflächen (insgesamt 6000 Quadratmeter) verfügten über einen Domblick. Die denkmalgeschützten Gebäude Altes Rathaus, AlteRegierung und die Häuser Großer Domhof 2 und 3 bleiben erhalten. Die statischen Risiken für den Dom hielten sich in Grenzen, weil weder ein zweites Tiefgaragengeschoss noch eine Tiefgarageneinfahrt für Lkw vorgesehen sei. Insgesamt errechneten die Planer 500 Stellplätze für Pkw bei Beibehaltung und Erweiterung der Rathaustiefgarage und einer Tiefgarage unter dem großflächigen Einzelhandelszentrum am Großen Domhof, in dem ein großer Elektronikfachmarkt als Ankermieter einziehen könnte.

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