weather-image
12°
Rezitatorin liest Werke von Mascha Kaleko

Die Lebenswelt der kleinen Leute im Blick

Bückeburg (mig). Ein welkes Blatt - und jedermann weiß: Herbst! Auf Einladung der Volkshochschule gastierte Susanne Meeske-Geffroy mit einem Programm zur Dichterin Mascha Kaleko in der Musikschule Schaumburger Märchensänger. Für die musikalische Begleitung sorgte Tomek Ostrowski am Klavier.

veröffentlicht am 28.11.2008 um 00:00 Uhr

Susanne Meeske-Geffroy

Heute ist Mascha Kaleko nur wenigen Lesern bekannt. Vor der Machtübernahme der Nazis war die Großstadtdichterin eine der bekanntesten literarischen Persönlichkeiten des Landes. Ihre heiter-melancholischen Alltagsgedichte spiegeln die Lebenswelt der kleinen Leute und die Atmosphäre im Berlin ihrer Zeit wider. Mit der Machtübernahme der Nazis ändert sich das: Als galizische Jüdin ist sie Freiwild. Im Jahr 1933 erscheint noch das "Lyrische Stenogrammheft", 1938 emigriert sie in die USA. Nach dem Krieg kann sie nicht mehr an ihren Erfolg anknüpfen. Einen Preis, der ihr verliehen werden soll, nimmt sie nicht an, weil ein Alt-Nazi in der Jury sitzt. Meeske-Geffroy spannte an diesem Abend einen großen Bogen von der Geburt Kalekos im Jahr 1907 bis hin zu ihrem Tod im Jahr 1975 in Zürich. Mit Auszügen aus Dokumenten, Tagebüchern und Gedichten ordnete die Rezitatorin das Schaffen Kalekos in den zeitlichen Kontext ein und ließ Kaleko auch selbst zu Wort kommen ("Interview mit mir selbst"). Hier wurde deutlich, dass der muttersprachlichen Schriftstellerin vor allem das Exil Probleme bereitete: "O Röslein auf der Heide, dich brach die Kraft durch Freude ... Das wird nie wieder, wie es war. Auch wenn es anders wird."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare