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Mehr als 500 Gäste feiern Niedernwöhrens 675-jähriges Bestehen mit einem großen Straßenfest

Die längste Matjestafel im Schaumburger Land

Niedernwöhren (web). Das ehemalige Heringsfängerdorf Niedernwöhren hat gestern sein 675-jähriges Bestehen gefeiert. Beim großen Straßenfest fanden sich mehr als 500 Gäste zum Matjesessen an der rund 200 Meter langen Tafel im Bereich Vor der Reihe ein. Organisiert wurde das Fest von der Gemeinde, dem Arbeitskreis "Gemeindefeste" und der Gemeinschaftder Niedernwöhrener Vereine.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 06:48 Uhr

Alle Plätze an der rund 200 Meter langen Matjes-Tafel sind beleg

"Mit dem Matjesessen wollen wir unsere Zusammengehörigkeit demonstrieren", sagte Bürgermeister Klaus Seehausen in seiner Ansprache. Bewusst solle mit diesem Fest an eine alte Tradition, die Heringsfängerei und die seefahrerische Vergangenheit der Gemeinde, erinnert werden. Die Heringsfängerei, die vielen Niedernwöhrenern von 1830 bis 1967 den Lebensunterhalt sicherte, stelle einen bedeutenden Abschnitt in der Geschichte des Dorfes dar, erläuterte Seehausen. Die Gemeinde habe sich im Laufe der Zeit zu einem Kerngebiet der deutschen "Loggerfischerei" entwickelt. "1910 fuhren 112 Männer aus unserem Ort zur See, davon 25 Kapitäne", berichtete der Bürgermeister. Ingesamt habe das Dorf 104 namentlich bekannte Kapitäne hervorgebracht. Den Anfang beim Unterhaltungsprogramm machte das Blasorchester Bad Nenndorf. Passend zum Anlass hatte das 20-köpfige Ensemble Seemannslieder vorbereitet. Aber auch fröhliche Schaumburger Weisen wurden zu Gehör gebracht. Ein umfangreiches Repertoire präsentierte der Schaumburger Shanty-Chor, geleitet von Igor Tomanoski. Seemannslieder aller Art - vom "Mädchen von Capri" bis hin zu "Wolken, Wind und Wogen" - wurden vorgetragen. Schwungvoll tanzte anschließend die Jazzdancegruppe des Tus Niedernwöhren unter der Leitung von Mira Hartmann und Karina Link. Die acht Mädchen von acht bis zwölf Jahren vollführten unter anderem einen anmutigen "Wasserflaschentanz". "Das Fest ist einmalig und wirklich toll", sagte Irmgard Peek aus Niedernwöhren. Und Heinz Peek fügte hinzu: "So etwas sollte man öfter machen, auf diese Weise wird die Gemeinschaft im Dorf gefördert." Auch Werner Beckert gefiel die Jubiläumsfeier gut: "Da brauchte ich heute nicht zu kochen", scherzte der Niedernwöhrener. Mehr als 200 Portionen Matjes mit Brot oder Kartoffeln und Stippe gaben die Helfer allein in der ersten Stunde aus. Außer Fisch wurde Brat- und Currywurst, Steaks, Pommes sowie Bier und alkoholfreie Getränke zur Erfrischung angeboten. Am Nachmittag gab es zusätzlich Kaffee und selbst gebackenen Kuchen. Der Erlös aus dem Kuchenverkauf geht an die Krabbelgruppe "Kleine Strolche" in Niedernwöhren. Auch für die Kinder wurden ein abwechslungsreiches Programm geboten. Die Jüngsten konnten sich auf einer Hüpfburg austoben. Außerdem hatte die Feuerwehr Niedernwöhren Wasserspiele vorbereitet und der Reiterhof Andrea Schierloh bot Ponyreiten an.

Mit viel Elan führen die Mädchen der Jazzdancegruppe des TuS Nie
  • Mit viel Elan führen die Mädchen der Jazzdancegruppe des TuS Niedernwöhren einen "Wasserflaschentanz" auf.

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