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SPD will Infos transparenter machen

Die Kurortstudie bleibt weiterhin unter Verschluss

Bad Nenndorf (fox). In der Kurortstudie des Europäischen Tourismus Instituts (ETI) aus Trier, in dem 158 deutsche Kurorte und Heilbäder sich nach unterschiedlichen Qualitätskriterien freiwillig beurteilen lassen haben, ist Bad Nenndorf beim Vergleich von 40 Kurorten in Niedersachsen auf Platz 28 gelandet. Doch das Werk, das konstruktiv auf Schwachpunkte hinweist und vergleichend Stärken aufzeigt, bleibt gegenüber der Öffentlichkeit bei der Stadt Bad Nenndorf weiter unter Verschluss. Selbst eine politische Diskussion im Rat der Stadt gab es bislang nicht.

veröffentlicht am 21.03.2008 um 00:00 Uhr

Politisch gesehen schlummert die ETI-Studie zwar vor sich hin. Doch ungehört bleibt die Kritik der Fachleute aus Trier nicht. Auf das Konvolut von Ergebnissen der Fachleute hat die Kur- und Tourismusgesellschaft (KurT) bereits reagiert. Wie deren Geschäftsführerin Silke Busche erklärte, sind die Ortspläne sowie die Darstellung der Beherberger im neuen Gastgeberverzeichnis als Folge der Studie geändert worden. Auch der neue Fahrradverleih an der Tourist-Information sei hierauf zurückzuführen. Zu den Einzelheiten der rund 1200 Euro teuren Ausarbeitung wolle sie sich jedoch nicht äußern. Dies überlässt Busche der Stadt als Auftraggeber. Stadtdirektor Bernd Reese war hierfür auch nach mehrmaligen Versuchen an zwei Tagen nicht telefonisch erreichbar. Per Fax ließ er jedoch mitteilen, dass der Verwaltungsausschuss über die Ergebnisse der Studie informiert worden ist. Zudem liege den Fraktionen die Arbeit vor. Zu den Inhalten in Sachen Bad Nenndorf war vom Stadtdirektor nichts zu erfahren. Vor rund drei Monaten wollte Reese sich jedoch zunächst mit dem Inhalt vertraut machen und dann die Öffentlichkeit informieren. Kritik an der Studieäußerte der WGN-Vorsitzende Frank Steen. Denn die Bewertungskriterien seien komplett anders als in der vorangegangenen Studie aus 2002. Daher seien beide Arbeiten nicht vergleichbar. Unglücklich für Bad Nenndorf sei in jedem Fall die Zeit der Bestandsaufnahme mit der Ceha-Bock-Ruine. "Das sah mies aus. Es sind neue Geschäfte hinzugekommen. Dies würde sich bei einer neuen Beurteilung sicherlich besser auswirken." Seinen Informationen nach soll das Thema vom nächsten Fremdenverkehrsausschuss behandelt werden. Wie Cornelia Jäger (CDU) sagte, sei die Kurortstudie bereits in der Fraktion diskutiert worden. "Mir ist das sehr gute Abschneiden der KurT in Sachen freundlicher Beratung von Gästen und schneller Bearbeitung von Anfragen in Erinnerung geblieben." Andreas Fedler (FDP) sagte auf Anfrage, er kenne die Studie nicht. Der SPD-Vorsitzende im Bad Nenndorfer Rat, Volker Busse, kritisiert die Bewertungskriterien. "Die Lage mit Umgebung greift da mit zehn Prozent. Uns hat Punkte gekostet, dass wir nicht an der Küste liegen. Darum stehen wir dabei auf Platz 130. Wir können leider kein Meer nach Bad Nenndorf holen. Und das Steinhuder Meer ist nach Ansicht der ETI zu weit weg." Die Bad Nenndorfer SPD will zu diesem Thema am Sonnabend, 5. April, in Klausur gehen und sich eingehend mit der Studie befassen. Mit der Zielsetzung, die Stadtentwicklungen in Bad Nenndorf für die Öffentlichkeit transparenter darzustellen, hat Busse gestern Abend im Verwaltungsausschuss der Stadt den Antrag gestellt, eine Bauausschusssitzung im April einzurichten. Einwohner sollen hierbei über förderfähige Projekte -beispielsweise das Millionenprojekt "Kurparkhaus" - informiert werden. Außer zentrumsrelevanten Auszügen aus der ETI-Studie könnten dann auch Details aus dem bislang geheim gehaltenen Innenstadtentwicklungskonzept vorgestellt werden.



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