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Signale aus Bad Pyrmont für Otto Deppmeyer – und aus Hameln für Matthias Koch

Die Kreis-CDU ist hin- und hergerissen

Hameln-Pyrmont (TT/ gro). Die CDU sucht einen neuen Vorsitzenden – oder eine neue Vorsitzende. Nachdem die Namen Otto Deppmeyer und Matthias Koch für die Nachfolge des scheidenden Kreis-Chefs Hans Peter Thul öffentlich gehandelt werden, ist die Partei bemüht, die Diskussion in möglichst ruhigen Bahnen zu halten. Thul selbst sprach gestern auf Anfrage von „drei bis vier Bewerbern“, wollte jedoch keine Namen nennen: „Ich werde einen Teufel tun, über die Zeitung Empfehlungen abzugeben.“

veröffentlicht am 22.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.04.2010 um 09:47 Uhr

Für wen wird sich die CDU Hameln-Pyrmont entscheiden? Der Landta

Die CDU Hameln-Pyrmont berate sich derzeit in ihren Stadt- und Gemeindeverbänden – „und das warten wir in Ruhe ab“. Das Rennen um den CDU-Vorsitz ist „zur Zeit völlig offen“, sagte Thul. Und zur Auswahl: „Eine Partei, die mehrere Bewerber aufbieten kann, beweist damit doch nur, dass sie eine ganze Reihe geeigneter Leute für Spitzenpositionen hat.“ Über den Vorsitz entscheiden wird der Kreisparteitag der CDU am 6. Mai in Hameln.

Die Bad Pyrmonter Landtagsabgeordnete und frühere CDU-Kreisvorsitzende Ursula Körtner hat sich bereits festgelegt: „Ich halte Otto Deppmeyer für den geeigneten Kandidaten. Er hat gute Führungseigenschaften, macht eine Superarbeit im Landtag und im Kreistag. Er kann vermitteln und geräuscharm führen. Das macht ihn zum geeigneten Kandidaten für den Posten.“ Für Koch komme ein solches Führungsamt zu früh. Körtner über Koch: „Er ist auf dem Wege, ein Hoffnungsträger für Ämter wie auch für Mandate sogar im Land oder im Bund zu werden – wenn er sich weiterentwickelt.“ Es gebe für Ämter wie den Kreisvorsitz Mindestvoraussetzungen wie zum Beispiel eine abgeschlossene Berufsausbildung und eine gewisse Portion Lebenserfahrung. Man habe „Koch zu früh von der Leine gelassen“. Körtner hofft deshalb „auf eine kluge Entscheidung der Delegierten“.

Der Vorsitzende des CDU- Stadtverbandes Hameln, Michael Vietz, hat sich dagegen zugunsten von Koch positioniert: Die CDU müsse sich im Kreisvorstand breiter aufstellen, fordert Vietz – um daraus zu folgern: „Was kann da mutiger sein, als einen 27-Jährigen für das Amt des Kreisvorsitzenden aufzustellen.“ Koch könne die Partei auf Kreisebene „wieder nach vorne bringen“. Somit gibt es nun schon aus Hameln, Emmerthal und Aerzen Unterstützungssignale für den 27-jährigen Emmerthaler Koch, der bislang die Junge Union im Landkreis als Vorsitzender führt. Bei den Kandidaten Koch und Deppmeyer gehe es nicht um einen Kampf Jung gegen Alt, sagte Vietz. Es gehe vielmehr darum: „Was ist langfristig perspektivisch für uns am besten.“ Wichtig war Vietz bei der CDU Tündern folgende Aussage: „Nochmals, es geht nicht gegen Otto Deppmeyer. Er macht einen guten Job.“ Der betrat während der Schlussworte von Vietz den Raum, da er zuvor einen anderen Termin wahrgenommen hatte. Wer nun glaubte, dass Deppmeyer zu den Presseberichten und seiner Kandidatur zum Kreisvorsitzenden der CDU Stellung nehmen würde, wurde enttäuscht. Kein Satz oder Wort dazu.

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