weather-image
Akkordeoorchester feiert 60-jähriges Bestehen im Palais / Jubläumskonzert am 24. November

Die Körpertechnik macht den guten Klang

Bückeburg (mig). Das 60-jährige Vereinsbestehen werden die 14 Aktiven des Akkordeon-Orchesters Bückeburg am Freitag, 24. November, mit einem Konzert im Palais feiern. Ein wenig getrübt wird die Jubiläumsstimmung aber durch Nachwuchssorgen.

veröffentlicht am 16.11.2006 um 00:00 Uhr

"Wühltisch" mit Noten: Die beiden Vorsitzenden Dieter Plischki u

Wer das Akkordeon aus dem "Musikantenstadl" kennt, sieht in dem modernen Instrument möglicherweise nur die schunkelnde Begleiterin. Das altmodische Bild von der "Quetschkommode" stimmt so aber schon lange nicht mehr: "Mit dem Akkordeon kann man vieles machen", sagt Dirigent Stefan Fitzke, "es ist wie eine kleine Orgel." Um das sperrige Instrument zu beherrschen, sind - wie bei der"großen Schwester" - vor allem viel Luft und eine gute Körpertechnik notwendig. Besonders wichtig: der Musiker muss darauf achten, dass er den "Balg" immer gleichmäßig zieht. Einen schönen Vergleich dafür findet der zweite Vorsitzende Ralf Wessel: "Man atmet mit dem Akkordeon", erklärt er. In Gestalt von Dieter Plischki, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, kommen das klassische Instrument der Kirchenmusik und die moderne "Quetsche" sogar zusammen - Plischki spielt Orgel und Akkordeon. In den letzten Jahren hat der Organist etliche Konzerte in Kirchen organisiert und die Vereinskameraden dabei begleitet. Plischki: "Die Konstellation - auf der einen Seite die Akkordeonspieler, auf der anderen die Orgel- das war sehr spannend." DieÖffnung des Repertoires geht inzwischen in alle Richtungen: Neben sakralen Stücken spielt das Akkordeon-Orchester auch Popmusik - unter anderem stehen auch Noten von Abba im Archiv des Bückeburger Akkordeonorchesters. "Ein Grund dafür ist, dass wir für Jugendliche attraktiv sein wollen", erläutert Stefan Fitzke. Der Nachwuchs macht sich derzeit aber ein wenig rar - trotz vielfältiger Angebote werden in der Musikschule der Schaumburger Märchensänger im Augenblick lediglich 5 Talente ausgebildet. "Wir hatten früher 25 bis 30 Jugendliche im Vororchester", bilanziert Ralf Wessel das Problem. Deshalb hoffen die Verantwortlichen, dass das Konzert am 24. November auch dazu beiträgt, Jugendlichen den Eintritt in das Ensemble wieder schmackhaft zu machen. Dieter Plischki: "Wir wollen dem Publikum an diesem Tag zeigen, was man mit dem Akkordeon alles machen kann." Um das Akkordeon in "all seinen virtuosen Möglichkeiten" vorzustellen, werden etliche Solisten auftreten. Mateja Zenzerovic, Lehrerin an der Musikschule, wird unter anderem ein Stück von Johann Sebastian Bach zu Gehör bringen, außerdem spielen Dieter Plischki und Simone Weigel als Akkordeon-Duo den Jubiläumsmarsch. Und auch die Auswahlder Stücke ist keineswegs zufällig: Alle vier ehemaligen Dirigenten werden mit für sie typischen Stücken gewürdigt. An Martin Kampsz (Dirigent von 1946-1965) erinnert das Volkslied "Im schönsten Wiesengrunde", im Gedenken an den langjährigen Leiter Wilhelm Diehl (von 1965-1996) spielen die Mitglieder "Sambre et Meuse" - der "Marche du festival" und ein "Udo Jürgens"-Medley stehen für die Dirigate von Hans Ellenbeck (1996-2000) und Stephan Winkelhake (2000-2003).

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare