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Superintendent: Innenrenovierung der historischen Stiftskirche ist allein nicht finanzierbar

"Die Kirche liegt im Interesse der ganzen Stadt"

Obernkirchen (rnk). Superintendent Andreas Kühne-Glaser ist nach einer Woche Visitation mit der Kirchengemeinde sichtlich zufrieden, doch zwei Dinge gebe es doch, "an der die Gemeinde zu knapsen hat": Die Stiftskirche muss dringend von innen renoviert werden, zudem gibt es Probleme, Ehrenamtliche zu finden. Die Stiftskirche stuft Kühne-Glaser als historischen Schatz und kulturelles Erbe ein, zu dessen Sanierung eben auch die Stadt beitragen müsse.

veröffentlicht am 11.10.2007 um 00:00 Uhr

Ein historisches Foto aus der Sammlung des Berg- und Stadtmuseum

Kühne-Glaser verwies auf die angespannte Finanzlage der Landeskirche, machte im Pressegespräch zudem deutlich, dass es nicht nur im Interesse der Kirchengemeinde, sondern der ganzen Stadt liege, die Kirche als Wahrzeichen der Stadt und touristischer Anziehungspunkt gemeinsam zu erhalten. Vor alleminnen müsste im Gotteshaus dringend saniert werden. Vorgesprochen hat der Superintendent bei der Stadt zu diesem Thema noch nicht: Zwar gab es jüngst einen "Runden Tisch", an dem auch Vertreter der Stadt teilnahmen, aber dort habe man das Thema nicht angeschnitten, sagte Kühne-Glaser. Alle sechs Jahre kommt der Superintendent zum intensiven Besuch: Der Visitation, die sich aus dem lateinischen Wort für Besichtigung ableitet. Finanzen, Haushalt, Zustand der Gebäude, des Archives, der Orgel, aber natürlich vor allem das gemeindliche Leben werden unter der Lupe betrachtet. Dass Kühne-Glaser der Kirchengemeinde mit ihren fast 4900 Mitgliedern ein gutes Zeugnis zur Visitations-Hälfte ausstellen kann, liegt auch daran, dass die Kirchengemeinde vor dem Besuch einen reflektierenden Bericht über die Gemeinde und die Arbeit, die in ihr geleistet wird, geschrieben hat: 15 Seiten lang ist er geworden, "die Gemeinde kam mit entsprechend breiter Brust", sagt Kühne-Glaser. Auch die beiden Pastoren Wilhelm Meinberg und Herbert Schwiegk empfahlen am Schluss des Gespräche allen Gemeinden, in denen die Visitation ansteht, nachdrücklich die Erstellung eines derartigen Briefes. "Aufbruch, Nähe, Begeisterung, Lust aufs Weitermachen" - Kühne-Glaser sah sich eine aktive Kirchengemeinde an, in der zwei Seelsorger arbeiten, die "konkrete Arbeit" für andere und mit anderen praktizieren. Sehr gut und vielfältig sei das Angebot, etwa im Jugendbereich, dazu komme das Engagement für die Gomel-Kinder, die Besuchsdienste, die Hospizarbeit, die seit einiger Zeit auf das Auetal ausgedehnt wird, das gute Verhältnis der beiden Seelsorger untereinander und zum katholischen Kollegen - Kühne-Glaser war durchaus beeindruckt. Natürlich gibt es auch Defizite, die seien aber eher struktureller Natur. So sei die Kirche generell eher eine Mittel- oder Oberschichtskirche, Obernkirchen dagegen eine Stadt der Arbeiter und Angestellten - da sei es oft schwer, die Menschen zu erreichen. Vor allem die Altersgruppe der 30- bis 45-Jährigen, die am wenigsten Zeit hätten, seien schwer von Kirche zu überzeugen. "Gemeindearbeit ist schwieriger geworden", unterstrich Kühne-Glaser. Ein neuer Versuch soll mit einem thematisch begleiteten Männerfrühstück erfolgen. Ausdrücklich gelobt wurde dabei vom Superintendenten die "beeindruckende Positionierung gegen den Rechtsradikalismus und für den jüdischen Friedhof", bei dem die Kirche eine führende Rolle spiele. Nicht zu Unrecht: "Da geht es im Menschenwürde - unser ureigenstes Thema." So richtig glücklich findet Kühne-Glaser die Bezeichnung Visitation übrigens nicht: "Es geht nicht um Aufsicht, um den Blick von oben herab. Beratung oder Begleitung passt besser."



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