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Übernahme von Mehrkosten "im hohen fünfstelligen Bereich" trotz anderslautender Verträge

Die Hofkammer hilft EWR aus der Patsche

Bückeburg (rc). Die drohende Insolvenz, weitere Unwägbarkeiten sowie politische Auseinandersetzungen um die Erlebniswelt Renaissance scheinen endgültig vom Tisch. Und: Die Fertigstellung des Standortes Schloss Bückeburg nimmt konkrete Formen an, denn die Fürstliche Hofkammer wird einen erheblichen Teil der auf Schloss Bückeburg entstandenen Mehrkosten übernehmen. "Obwohl sie nach den Verträgen eigentlich von der EWR hätten übernommen werden müssen", wie Schlossverwalter Alexander Perl auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte. Wie hoch die Summe ist, die von der Hofkammer übernommen wird, wollte Perl nicht sagen. "Im hohen fünfstelligen Bereich", so seine Aussage.

veröffentlicht am 30.05.2008 um 00:00 Uhr

Wie berichtet, hatte das ewige Problemkind EWR Mitte Mai erneut knapp vor der vorläufigen Insolvenz gestanden. An den beiden noch nicht fertigen Standorten Bückeburg und Bevern waren - trotz standortbezogener Einzelabrechnung - Mehrkosten von insgesamt 240 000 Euro aufgelaufen: 110 000 in Bevern, 130 000 in Bückeburg. Eine Zahl, die übrigens auch gestern von Perl erneut dementiert wurde. Für den Standort Bevern wurde seitens der drei EWR-Gesellschafter, den Landkreise Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg, eine Finanzierungslösung gefunden. Schwieriger gestaltete sich dagegen das Problem Bückeburg, obwohl der Landkreis Schaumburg erklärte, mit insgesamt 47 000 Euro in die Bresche springen zu wollen. Bis Anfang dieser Woche wackelte das Projekt. Dann erklärte sich die Hofkammer zur Übernahme eines Teils der Mehrkosten bereit. Wie Perl sagte,übernehme die Hofkammer nicht nur Rechnungen, sondern auch Leistungen, die von den eigenen Handwerkern erbracht und über die EWR hätten abgerechnet werden müssen. "Wir haben auf einen Teil unserer berechtigten Kosten verzichtet." Zum Hintergrund: Einen Teil der Aus- und Umbauarbeiten auf Schloss Bückeburg wie E-Guider samt Software, Eingangsbereich oder Verkabelung bezahlen Hofkammer und EWR gemeinsam, andere Arbeiten wie etwa den Ausbau des neuen Café-Restaurants "Alte Schlossküche" die Hofkammer alleine. Ansonsten wird auf Schloss Bückeburg mit Hochdruck daran gearbeitet, dass die EWR spätestens Mitte Juli an den Start gehen kann. Küche, Möbel, Regale oder Lampen sind bestellt und sollen ab dem 18. Juni eingebaut werden: sowohl im neuen Schloss-Shop als auch im Café. Die Verkabelungen, um die E-Guider mit eingespielten Hörspieltexten zu versorgen, sind ebenfalls bereits seit langem installiert. Ob und wann die E-Guider kommen, ist dagegen eine Frage, auf die Perl allergisch reagiert: "Ich begreife nicht, warum wir sie immer noch nicht haben. Sie könnten bereits seit Jahren im Einsatz sein." Jedenfalls liegen die E-Guider nach Aussagen Perls bereits seit längerer Zeit am EWR-Hauptsitz Hameln und warten darauf, dass die Software aufgespielt wird; sprich die längst produzierten Hörspielszenen. Ebenfalls noch offen ist, wann das Modell des Schlosses gebaut und geliefert wird - Auftraggeber ist inzwischen nur noch die Fürstliche Hofkammer. Statt des ursprünglich konzipierten Plexiglasmodells wird ein klassisches Modell des Hauptgebäudes aus Holz und Leim gebaut. Es wird im Gartensaal aufgebaut, wo künftig alle Führungen auf Schloss Bückeburg beginnen. Denn trotz der E-Guider wird es weiterhin die "klassischen Führungen" durch das Schloss geben. Individuell entscheidet der Führer, wann und wo Hörspielszenen eingespielt werden und wo nicht. "Bei der Zusammensetzung mancher Besuchergruppen macht es wenig Sinn, den Guider zu benutzen", so Perl. Trotz aller Pleiten und Pannen ist Perl sicher, dass die EWR in Bückeburg ein Erfolg wird. "Im Gegensatz zum Hamelner Hochzeitshaus, wo die Besucher nur auf Bildschirme gucken konnten, haben wir mit dem Schloss ein Original." Ab dem 1. Juli wird die "RService GmbH" die Nachfolge der EWR antreten und so für die Vernetzung aller EWR-Standorte sorgen. Die neue GmbH hält die EWR-Lizenzen, ohne die sonst die Rückzahlung der Fördergelder drohen würde.



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