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Chance auf multinationale Ausbildung in Achum wächst / Bolz: "Die richtige Botschaft rüber gebracht"

Die Heeresflieger punkten bei 21 Militär-Attachés

Achum (tw). Seit gestern ist die Chance der Heeresflieger, den Standort Bückeburg/Achum zum Zentrum für eine multinationale Hubschrauberausbildung der Streitkräfte großer Teile Europas zu machen, enorm gewachsen.

veröffentlicht am 23.10.2007 um 00:00 Uhr

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Auf Einladung von MdB Petra Heß, Mitglied im Verteidigungsausschuss, hatten sich Militär-Attachés aus 21 Ländern, die am Morgen auf dem Flugplatz Berlin-Tegel eingetroffen waren, in Achum über die Simulatorausbildung informiert. Es war der bislang größte Besuch dieser Art. Unter den Attachés, die mehr als ein halbes Dutzend Fachvorträge genossen, aber auch das Gespräch mit den Ausbildern und dem Fliegenden Personal suchten, waren neben vielen Europäern selbst Generalstabsoffiziere aus Japan, Korea, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Neuseeland. Eine Leistungsschau, bei der die Achumer nicht weniger als sechs unterschiedliche Helikopter-Modelle zeigten, rundete den Infobesuch ab. "Dass Frau Heß ihren Zuständigkeitsbereich zu uns nach Bückeburg bringt, zeigt, dass die Politik hier vor Ort offenbar eine ,Wiege der internationalen Zusammenarbeit' sieht", freut sich Michael Baumgärtner, Pressesprecher der Heeresflieger. "Die Initiative von Frau Heß ist eine gute Steilvorlage", bewertet auch Richard Bolz das Treffen. Der General der Heeresflieger: "Ich bin überzeugt, dass wir die richtigen Botschaften rüber gebracht haben." Deren Kern: "Trotz aller aktuellen Probleme mit dem Transporthubschrauber NH-90 liegen wir mit unserem Grundkonzept,also der Verbindung von Hubschrauber-Grundausbildung mit der EC-135 und dem direkten Übergang auf den neuen Einsatzhubschrauber völlig richtig", ist nicht nur Bolz überzeugt. Denn das Cockpit der EC-135 sei dem im NH-90, aber auch im Tiger und der weiter entwickelten CH-53 "sehr ähnlich". Dass es den Heeresfliegern in nicht allzu ferner Zukunft gelingen wird, einen "internationalen" Hörsaal aufzustellen - davon ist Petra Heß nach dem gestrigen Besuch der Militärs noch fester überzeugt. "Das Interesse der Attachés an einer Ausbildung in Bückeburg wurde geweckt", stellte die Politikerin fest. Besonders groß sei es bei den Nordeuropäern, allen voran Schweden. Realistische Chancen rechnet sich Heß darüber hinaus bei den Belgiern und Franzosen aus. Immerhin hätten mittlerweile 14 Nationen den NH-90 bestellt; hinzu komme eine Vielzahl weiterer Interessenten. Nicht zu vergessen: Am Hubschrauberstandort Bückeburg sei die Qualität der Simulatortechnik, aber auch der Ausbilder enorm hoch. Für eine multinationale Ausbildung müsse in Achum lediglich noch die adäquate Infrastruktur geschaffen werden.

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